Handwerkspräsident: Wartezeiten auf Termin sinken auf 8,9 Wochen

Fliesenleger (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Handwerkspräsident: Wartezeiten auf Termin sinken auf 8,9 Wochen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Wartezeiten auf einen Handwerkertermin sind deutlich gesunken.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Wartezeiten auf einen Handwerkertermin sind deutlich gesunken. Das sagte Handwerkspräsident Jörg Dittrich den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Jetzt sind wir im Schnitt bei 8,9 Wochen, wobei man in der Stadt etwas länger warten muss als in ländlichen Regionen", so Dittrich. "Zwischenzeitlich waren es schon mal 14 Wochen bis zum nächsten Handwerkertermin."

Dittrich beschrieb die Folgen des Iran-Kriegs auf das deutsche Handwerk als dramatisch. Der Druck sei massiv. Es bestehe die Gefahr, dass ganze Geschäftsmodelle kippen und zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut werden. Das Handwerk habe schon im letzten Jahr über 60.000 Arbeitsplätze verloren. Und in der Iran-Krise schöben viele Familien geplante Investitionen auf. Die Aufträge nähmen ab.

Dittrich rief die Bundesregierung zu einer Verlängerung des Tankrabatts über die beschlossenen zwei Monate hinaus auf. "So lange diese Krise andauert und der Staat dadurch Mehreinnahmen erzielt, sollte er sie auch weitergeben. So lange sollte der Tankrabatt bleiben", sagte er. In der Baubranche gebe es Preissteigerungen bis zu 50 Prozent, auch weil die Transportkosten steigen, betonte der Handwerkspräsident.

Im Interview erläuterte Dittrich die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf das Handwerk. Unmittelbar seien die Lieferketten gestört, insbesondere im Bau. Viele Materialien würden mit hohem Energieaufwand hergestellt. Styropordämmung, für die man Erdöl brauche, werde direkt teurer. Die Leute wichen auf Mineralwolle aus, die dadurch knapp werde. In der Baubranche seien Preissteigerungen bis zu 50 Prozent zu sehen, auch weil die Transportkosten stiegen. Die Lieferzeiten hätten sich sprunghaft von zwei auf 16 Wochen erhöht. Es gebe aber noch einen indirekten Effekt: Wenn die Menschen mehr Geld an der Tankstelle ausgäben, gingen sie seltener zum Friseur und kauften weniger beim Bäcker oder Metzger ein. Diese Kaufzurückhaltung setze sofort ein.

Auf die Frage, wie viele Jobs bedroht seien, antwortete Dittrich, der Druck sei massiv. Es bestehe die Gefahr, dass ganze Geschäftsmodelle kippen und zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut werden. Das Handwerk habe schon im letzten Jahr über 60.000 Arbeitsplätze verloren. In der Iran-Krise schöben viele Familien geplante Investitionen auf. Die Aufträge nähmen ab.

Zum Tankrabatt sagte Dittrich, dies sei definitiv ein richtiger Schritt, weil der Staat durch höhere Steuereinnahmen bei der Mineralölsteuer von der Krise profitiere. Auf die Frage, ob der Rabatt über die zwei Monate hinaus verlängert werden solle, antwortete er: "So lange diese Krise andauert und der Staat dadurch Mehreinnahmen erzielt, sollte er sie auch weitergeben. So lange sollte der Tankrabatt bleiben." Das Wichtigste sei allerdings, dass Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit stärke. Man brauche Reformen - jetzt.