Mehrere Menschen und Unternehmen nach Brandkatastrophe in Hongkong angeklagt
AFP10. Juni 2026, 14:52 UhrBRENNPUNKTE
Gut ein halbes Jahr nach dem verheerenden Brand in einem Hochhaus-Wohnblock in Hongkong mit 168 Toten sind mehrere Menschen und Unternehmen angeklagt worden. Es war weltweit der Brand mit den meisten Opfern in einem Wohnhaus seit 1980.
Gut ein halbes Jahr nach dem verheerenden Brand in einem Hochhaus-Wohnblock in Hongkong mit 168 Toten sind mehrere Menschen und Unternehmen angeklagt worden. Ihnen würden 25 Straftatbestände zur Last gelegt, darunter fahrlässige Tötung, Verschwörung zum Betrug, Geldwäsche, versuchte Behinderung der Justiz und Steuerhinterziehung, erklärte die Hongkonger Regierung am Mittwoch. Durch die Brandkatastrophe im Wohnkomplex Wang Fuk Court hatten tausende Menschen ihr Zuhause verloren.
Das Feuer im nördlichen Stadtteil Tai Po Ende November war weltweit der Brand mit den meisten Opfern in einem Wohnhaus seit 1980. Die Flammen wüteten mehr als 40 Stunden lang und erfassten sieben der acht Hochhausblöcke der Wohnanlage, zu der insgesamt fast 2000 Wohneinheiten gehören. Tausende Menschen mussten in der Folge in Behelfsunterkünfte umziehen.
Ermittlungen zufolge hatte eine brennende Zigarette brennbares Material entzündet. Dass die Renovierungsgerüste aus Bambus und die Schutznetze und weiteres Material ebenfalls nicht hitzebeständig waren, trug zu der schnellen Ausbreitung der Flammen bei. Zudem waren in sieben der acht Hochhäuser die Brandmelder deaktiviert, als das Feuer ausbrach.
Die Chefs des Bauunternehmens und des Beratungsbüros, die an der Renovierung von Wang Fuk Court beteiligt waren, sowie ein Prüfer wurden daher nun ebenso wie ihre Unternehmen wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, wie aus der Klageschrift hervorgeht, die die Nachrichtenagentur AFP sichten konnte. Insgesamt sieben Menschen wurden demnach wegen Geldwäsche und Steuerbetrugs angeklagt.Â
Die Beschuldigten erschienen am Mittwoch vor Gericht und bestätigten dem Richter, dass sie die gegen sie erhobenen Vorwürfe verstehen. Das Verfahren wurde auf September vertagt.
Ein Sprecher der Hongkonger Polizei sagte am Mittwoch, dass sie in Zusammenarbeit mit der Anti-Korruptionskommission Icac bislang 35 Menschen im Zusammenhang mit dem Großbrand festgenommen habe. "Wir haben den Verdacht, dass dieser unselige Brand durch Menschen verursacht wurde, die in ihrem eigenen Interesse handelten" und dabei "die Sicherheit des Lebens und des Hab und Guts der Bewohner völlig missachteten", sagte Icac-Ermittlerin Hazel Law vor Journalisten.