Rechnungsprüfer: Aufschieben von Renovierung des Westminister-Palasts kostet viel Geld

Der Westminster-Palast ist ein Wahrzeichen Londons Bild: AFP

Rechnungsprüfer: Aufschieben von Renovierung des Westminister-Palasts kostet viel Geld

Der Westminster-Palast, eines der Wahrzeichen Londons, ist sehr renovierungsbedürftig. Die Entscheidung darüber wird aber immer weiter aufgeschoben und dies treibt die Kosten laut dem unabhängigen Rechnungsprüfungsgremiums des Landes enorm in die Höhe.

Der Westminster-Palast, eines der Wahrzeichen Londons, ist sehr renovierungsbedürftig. Die zuständigen Politiker schieben die Entscheidung über die voraussichtlich mehrere Jahrzehnte dauernden Sanierungsarbeiten aber immer weiter auf und treiben damit die Kosten laut dem unabhängigen Rechnungsprüfungsgremiums des Landes weiter in die Höhe. Jedes Jahr der Verzögerung koste die britischen Steuerzahler bis zu 420 Millionen Pfund (485 Millionen Euro), erklärte das sogenannte National Audit Office(NAO) am Montag in London.

Der neogotische Westminster-Palast am Themse-Ufer, der das britische Parlament beherbergt, brauche "eine umfangreiche Restaurierung, um schwerwiegende Risiken zu beheben, darunter einen Ausfall der mechanischen und elektrischen Systeme, Brandschutzprobleme und erhöhte Asbest-Werte", heißt es in dem NAO-Bericht. Die Renovierung könnte demnach mehr als 60 Jahre dauern und dürfte dutzende Milliarden Pfund kosten.

Der Westminster-Palast, zu dem auch der Turm mit der berühmten Glocke Big Ben gehört, war nach einem Brand 1834 wieder aufgebaut worden. Aus dieser Zeit stammt noch ein Großteil seiner Infrastruktur. Bereits seit Jahren wird auf den Verfall des Gebäudes aufmerksam gemacht, der sich etwa durch Stromausfälle und das Eindringen von Wasser bemerkbar macht. Die britischen Parlamentarier hatten sich bereits 2018 für die Renovierung des Palasts ausgesprochen.

Laut NAO befinden sich die Renovierungspläne mittlerweile in einer entscheidenden Phase. Das Parlament müsse nun zwischen mehreren Optionen entscheiden. Eine davon sieht vor, das Parlament für die Dauer der Renovierungsarbeiten an einen anderen Ort zu verlegen, damit die Arbeiten schneller vorangehen. In diesem Fall würde die Renovierung dem Plan zufolge aber immer noch zwischen 19 und 24 Jahre dauern und 11,1 bis 15,6 Milliarden Pfund verschlingen.

Ein anderer Plan sieht vor, dass ein Teil des Parlaments in dem historischen Gebäude bleibt und die Renovierungsarbeiten Schritt für Schritt erfolgen. Dies soll 38 bis 61 Jahre dauern und bis zu 39,2 Milliarden Pfund kosten. In einem anderen Szenario könnten die Bauarbeiten sogar bis zu 84 Jahre in Anspruch nehmen.

Der Elizabeth Tower genannte Uhrenturm des Westminster-Palasts war bereits ab 2017 fünf Jahre lang renoviert worden. In dieser Zeit war die Big-Ben-Glocke nur bei seltenen Anlässen geläutet worden.