Millionenbetrug bei Kupferproduzent Aurubis: Haftstrafen rechtskräftig
AFP15. Juni 2026, 15:52 UhrNEWS
Die vom Landgericht Hamburg in einem Prozess um einen Millionenbetrug mit goldhaltigem Elektroschrott beim Kupferproduzenten Aurubus verhängten Haftstrafen sind rechtskräfig. Der Bundesgerichtshof wies Revisionen zurück.
Die vom Landgericht Hamburg in einem Prozess um einen Millionenbetrug mit goldhaltigem Elektroschrott beim börsennotierten Kupferproduzenten Aurubis verhängten Haftstrafen sind rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe wies Revisionen der drei Angeklagten als unbegründet zurück, wie er am Montag mitteilte. Eine Nachprüfung ergab demnach keine Rechtsfehler zulasten der Beschuldigten, auch Verfahrensfehler in dem Prozesses gab es nicht.
Die drei Geschäftsleute waren im April 2025 unter anderem wegen Betrugs und Korruptionsdelikten zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb und sechs Jahren verurteilt worden. Es handelte sich um einen Materialprüfer von Aurubis und einen führenden Vertreter von Metallhandelsfirmen, die dem Großkonzern jahrelang Elektroschrott für Recylingzwecke verkauften, sowie dessen Sohn. Der Aurubis-Materialprüfer und der Firmenchef waren die zwei Hauptbeschuldigten, der Sohn galt lediglich als Mitangeklagter.
Die Beschuldigten schädigten Aurubis laut Urteil des Landgerichts durch Manipulation des Goldgehalts in Proben des gelieferten Elektroschrotts. Der Prüfer streute zwischen 2012 und 2016 Goldpulver in Proben aus 33 Chargen, um höhere Edelmetallgehalte zu simulieren. Der Konzern zahlte  überhöhte Preise, laut Gericht summierte sich der Vermögensschaden auf 3,4 Millionen Euro. Im Gegenzug beteiligte der Metallhändler den Prüfer an dem illegalen Gewinn und ließ ihm hohe Geldsummen und Gold zukommen.
Weil der frühere Aurubis-Mitarbeiter die korruptionsbedingten Einnahmen nicht gegenüber dem Finanzamt angab, wurde er vom Landgericht zudem wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Es ging um rund 950.000 Euro.
Aurubis machte 2023 aufgrund massiver Unregelmäßigkeiten durch Diebstahl und Betrug in der Edelmetallproduktion Schlagzeilen. Der Konzern machte dies selbst bekannt, eine Sonderinventur ergab einen Metallfehlbestand  im Wert von 169 Millionen Euro. Aurubis senkte seine Gewinnprognose. Hintergrund waren verschiedene, voneinander unabhängige Tatkomplexe. Unter Verdacht standen Mitarbeiter wie Beschäftigte von Fremdfirmen. Die Edelmetalle gewinnt der Konzern als Nebenprodukt beim Kupferrecycling.
D, Hamburg, Justiz, Kriminalität, Unternehmen, Metall