Frankreich meldet ersten Ebola-Fall - Aus dem Kongo zurückgekehrter Arzt

Krankenhaus in Frankreich Bild: AFP

Frankreich meldet ersten Ebola-Fall - Aus dem Kongo zurückgekehrter Arzt

Frankreich hat einen ersten Fall von Ebola gemeldet. Dabei handle es sich um einen Arzt, der aus der Demokratischen Republik Kongo zurückgekehrt sei, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit.

Frankreich hat den ersten Fall von Ebola außerhalb des afrikanischen Kontinents während der jüngsten Epidemie gemeldet. Dabei handele es sich um einen Arzt, der aus der Demokratischen Republik Kongo nach Paris zurückgekehrt sei, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Die Hilfsorganisation Alima bestätigte, dass es sich um einen ihrer Mitarbeiter handelte. 

Der Betroffene weise nur eine geringe Viruslast auf, erklärte das Ministerium. Der Mann sei am Dienstag mit einem Linienflug von Kinshasa nach Paris gekommen. Beim Abflug habe er so gut wie keine Symptome gehabt, während des Fluges habe sich sein Zustand leicht verschlechtert. Bei seiner Ankunft sei er umgehend isoliert und in ein spezialisiertes Krankenhaus gebracht worden. Sein Zustand sei stabil.

Die Fluggesellschaft Air France teilte mit, dass sie die Passagierliste den Behörden zur Verfügung gestellt habe. Kontaktpersonen müssen sich für drei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. 

Es ist der erste Ebola-Fall seit Beginn der jüngsten Epidemie, der außerhalb des afrikanischen Kontinents festgestellt wurde. Frühere Verdachtsfälle in Brasilien und Italien hatten sich nicht bestätigt.

Im Mai war ein bereits zuvor mit Ebola infizierter US-Arzt aus der Demokratischen Republik Kongo in die Berliner Charité gebracht worden. Nach gut zweiwöchiger Behandlung in einer Sonderisolierstation wurde er Anfang Juni gesund entlassen.

In der Demokratischen Republik Kongo überschritt die Zahl der bestätigten Ebola-Infektionen offiziellen Angaben zufolge vor wenigen Tagen die 1000er-Marke. Mehr als 250 Menschen kamen ums Leben. Fast alle Infektionen und Todesfälle traten in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes auf, die Schauplatz bewaffneter Konflikte ist. Die Isolierung von Infizierten und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen gestaltet sich nach wie vor schwierig.

Zu Beginn der Epidemie waren die örtlichen Krankenhäuser schnell überlastet. Die anschließend mit Teams der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und mehrerer Nichtregierungsorganisationen eingerichteten Ebola-Behandlungszentren sind zu 80 Prozent ausgelastet. Das Virus breitete sich auch auf das Nachbarland Uganda aus, wo die Weltgesundheitsorganisation 20 Infektionen und zwei Todesfälle verzeichnet hat. 

Der jüngste Ebola-Ausbruch war erstmals am 15. Mai gemeldet worden. Er wurde von der seltenen Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus ausgelöst, gegen die es weder einen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung gibt. Ebola verläuft oftmals tödlich, die Übertragung geschieht durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Infizierten.

In Europa wird das Ansteckungsrisiko für die Bevölkerung als gering eingestuft. Bei früheren Epidemien waren mehrere Fälle in den USA und in Großbritannien diagnostiziert worden – bei Patienten, die aus betroffenen Ländern zurückkehrten. In keinem der Fälle kam es zu einer Weiterverbreitung.

"Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in Frankreich ist gering", sagte Jonathan Ball, Professor für molekulare Virologie an der Liverpool School of Tropical Medicine, laut dem britischen Science Media Centre. "Wir wissen, dass die Isolation des Patienten sowie die Nachverfolgung und Überwachung seiner Kontaktpersonen ein erprobtes und wirksames Mittel darstellen, um die Ausbreitung des Virus zu begrenzen“, ergänzte er.