Tote Robben vor Rügen: Todesursache bleibt in vielen Fällen unklar

Kegelrobbe Bild: AFP

Tote Robben vor Rügen: Todesursache bleibt in vielen Fällen unklar

Nach dem Auffinden einer ungewöhnlich hohen Zahl toter Robben an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns bleibt die Todesursache in vielen Fällen unklar. Dies teilte das Landesumweltministerium in Schwerin mit.

Nach dem Auffinden einer ungewöhnlich hohen Zahl toter Robben an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns ist die Todesursache in vielen Fällen unklar geblieben. Neben alters- und krankheitsbedingten Todesursachen konnten bei mehreren Tieren aufgrund der fortgeschrittenen Verwesung keine eindeutigen Aussagen mehr getroffen werden, wie das Landesumweltministerium am Freitag in Schwerin mitteilte. Bei vier Robben fanden die Fachleute Hinweise auf mögliche menschliche Einwirkungen.

Ob diese im Zusammenhang mit dem Tod der Tiere stehen oder erst nach deren Verenden entstanden seien, lasse sich nicht abschließend beurteilen. Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) erklärte, Hinweise auf mögliche menschliche Einwirkungen würden "sehr ernst" genommen. Zugleich ließen sich aus den bisherigen Befunden "keine pauschalen Schlussfolgerungen" ziehen. Backhaus warnte vor einer pauschalen Verdächtigung der Küstenfischerei Mecklenburg-Vorpommerns.

Zwischen Mai und Juli waren 20 tote Kegelrobben in der Ostsee vor allem im Bereich der Südostküste Rügens gefunden worden. Zehn der Kadaver wurden im Deutschen Meeresmuseum Stralsund untersucht, zehn weitere Tiere konnten aufgrund ihres Zustands oder der Fundumstände nicht geborgen werden.

Nach Einschätzung des Meeresmuseums fallen die Monate Mai bis August regelmäßig mit einer höheren Zahl von Totfunden zusammen, da sie in die Jungtierzeit der Kegelrobben fallen. Daher solle geprüft werden, ob sich in diesem Jahr insgesamt mehr Tiere in dem bereffenden Gebiet aufhielten, was die Häufung der Funde erklären könnte.