Brand im Hohen Venn: Staatsanwaltschaft vermutet "landwirtschaftliches Gerät" als Ursache
AFP26. August 2026, 14:29 UhrBRENNPUNKTE
Der Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der Grenze zu Deutschland ist nach Behördenangaben möglicherweise bei landwirtschaftlichen Arbeiten verursacht worden.
Der Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der Grenze zu Deutschland ist nach Behördenangaben möglicherweise bei landwirtschaftlichen Arbeiten verursacht worden. Nach ersten Erkenntnissen könnte der Ursprung des Brandes mit landwirtschaftlichen "Tätigkeiten in der Nähe des Ausgangsortes des Feuers im Zusammenhang stehen", erklärte die Staatsanwaltschaft in Lüttich am Dienstagabend. Es könnten allerdings "noch keine endgültigen Schlüsse hinsichtlich der genauen Brandursache gezogen werden", betonte die Behörde.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung eingeleitet, um die genauen Umstände zu klären. Es könnten allerdings noch Monate vergehen, bis abschließende Gutachten der Experten vorlägen.Â
Der Brand hatte sich ab dem 14. August in dem von Torfmooren geprägten Naturschutzgebiet nahe der Grenze zu Deutschland ausgebreitet. Das Feuer vernichtete innerhalb weniger Tage rund 3000 Hektar Vegetation. Es handelt sich um den größten Waldbrand in Belgien seit dem Jahr 1911, als es im selben Gebiet während einer ähnlichen Trockenperiode wie in diesem Jahr zu verheerenden Bränden gekommen war.Â
Im Eifelort Monschau mussten wegen des Brandes zeitweise zwei Straßenzüge mit etwa 30 Bewohnern evakuiert werden. Das Feuer ist inzwischen weitgehend gelöscht, allerdings flammen immer wieder Brandherde auf.
EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib machte sich am Mittwoch vor Ort ein Bild vom Ausmaß der Brandfolgen. In Monschau traf die EU-Kommissarin unter anderem Bürgermeisterin Carmen Krämer und die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU). Im Stadtteil Kalterherberg überreichte Lahbib Krämer sowie Einsatzkräften von Technischem Hilfswerk und Feuerwehr als Dank für ihren Einsatz im Nachbarland eine EU-Solidaritätsmedaille mit dem offiziellen Zeichen für Zivilschutz, einem blauen Dreieck auf orangefarbenem Grund.
Auch Länder wie Belgien und Deutschland seien inzwischen "immer häufiger mit großen Bränden konfrontiert", sagte Lahbib. Eine Lektion der vergangenen Wochen sei, dass "kein europäisches Land sicher ist".
Die Waldbrandsaison 2026 ist nach Angaben der EU-Kommission außergewöhnlich schlimm. Bis zum 12. August war die verbrannte Fläche demnach bereits doppelt so groß wie der durchschnittliche Wert zu diesem Zeitpunkt des Jahres. Der Katastrophenschutzmechanismus wurde bereits zehn Mal aktiviert. Dies führt dazu, dass das Koordinierungszentrum in Brüssel Unterstützung aus anderen europäischen Staaten mobilisiert. Neben den 27 EU-Staaten sind zehn weitere europäische Länder Teil des Programms.