US-Regierung prüft Verkauf von Land des Yosemite-Parks an Immobilienfirma

Weltbekannte Felsen of El Capitan und Half Dome im Yosemite-Nationalpark Bild: AFP

US-Regierung prüft Verkauf von Land des Yosemite-Parks an Immobilienfirma

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump prüft einem Medienbericht zufolge bereits seit mehr als einem Jahr die Möglichkeit, ein kleines Stück Land des Yosemite-Nationalparks an ein privates Immobilienunternehmen zu verkaufen.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump prüft einem Medienbericht zufolge bereits seit mehr als einem Jahr die Möglichkeit, ein kleines Stück Land des Yosemite-Nationalparks an ein privates Immobilienunternehmen zu verkaufen. Die Regierung habe mehrere Optionen abgewogen zur Veräußerung eines etwa 400 Meter breiten Streifens des weltbekannten kalifornischen Nationalparks, berichtete die US-Nachrichtenwebsite Notus am Freitag. Kaufinteressent ist demnach der Immobilienentwickler Kingsbarn Realty Capital, dessen Chef offenbar ein Trump-Unterstützer ist.

Die Immobilienfirma, die in dem an Kalifornien angrenzenden Bundesstaat Nevada ansässig ist, hatte 2024 ein etwa 35 Hektar großes Stück Land am Rande des Yosemite-Nationalparks erworben. Kingsbarn-Chef Jeff Pori möchte laut Notus eine Straße bauen, um dieses Land an eine der Hauptstraßen durch den Nationalpark anzuschließen.

Dadurch sollte das Land in Privatbesitz einen privilegierten Zugang erhalten, berichtete die Website unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Kreise. Im Gegenzug solle die Nationalparkbehörde ein gleichwertiges Stück Land in einem anderen Gebiet Kaliforniens erhalten, das noch zu bestimmen sei.

Das US-Innenministerium räumte entsprechende Verhandlungen indirekt ein. Bislang sei aber "keine endgültige Entscheidung" gefallen, hieß es in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. In der Sache werde ohne politischen Druck und unter Beachtung aller erforderlichen Umweltprüfungen sowie der Einbindung der Öffentlichkeit entschieden.

Kingsbarn äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Vorhaben. US-Wahldokumente belegen, dass Firmenchef Pori häufig an die Republikanische Partei gespendet hat und an Organisationen, die Wahlkampfspenden für Trump sammeln.

Der Verband für den Schutz der Nationalparks in den USA (NPCA) kritisierte die Pläne entschieden. Der geplante "geheimniskrämerische Hinterzimmer-Deal" sei ein "Angriff auf das amerikanische Volk, dem der Nationalpark gehört", erklärte der für das Gebiet zuständige NPCA-Vertreter Mark Rose.

Die Gewerkschaft der Beschäftigten des Yosemite-Nationalparks äußerte sich "entsetzt" über Pläne, öffentliches Land für private Interessen zu opfern. Dies sei "anti-ethisch".

Der Yosemite-Nationalpark ist international für seine Granitfelsen, seine Gletscher, Seen, Mammutbäume und seine Tierwelt bekannt. Das Gebiet steht bereits seit 1864 unter Schutz. Laut NPCA-Vertreter Rose leidet der Nationalpark allerdings unter einer "Krise des übermäßigen Andrangs" von Besuchern, die die US-Regierung dieses Jahr verstärkt habe durch die Streichung einer Regelung zur Registrierung von Fahrzeugen, die durch den Nationalpark fahren wollen.

Der demokratische US-Senator Adam Schiff, der für Kalifornien in der Kongresskammer sitzt, warf der US-Regierung vor, sie interessiere sich nur für Geld. Der Yosemite-Nationalpark sei "eines von Kaliforniens Naturwundern und muss vor weiterer Bebauung geschützt werden", erklärte er.

Trumps Regierung hat immer wieder Umweltschutzregeln zurückgefahren und staatliches Land zur Bebauung freigegeben. So schaffte sie diesen Monat eine Regelung ab, die in nationalen Wäldern die Abholzung und den Bau von Straßen untersagte.