Missbrauchsprozess gegen Kinderbetreuer hat in Paris begonnen

Pariser Rathaus Bild: AFP

Missbrauchsprozess gegen Kinderbetreuer hat in Paris begonnen

Wegen des Vorwurfs sexueller Übergriffe gegen Grundschulkinder hat in Paris ein weiterer Prozess gegen einen Mitarbeiter der städtischen Nachmittagsbetreuung begonnen. Die Mutter eines damals sechs Jahre alten Mädchens hatte im Januar 2024 Anzeige erstattet.

Wegen des Vorwurfs sexueller Übergriffe gegen Grundschulkinder hat in Paris ein weiterer Prozess gegen einen Mitarbeiter der städtischen Nachmittagsbetreuung begonnen. Die Mutter eines damals sechs Jahre alten Mädchens hatte im Januar 2024 Anzeige erstattet. Die Ermittler identifizierten mutmaßliche weitere Opfer. Derzeit laufen in 203 Fällen Ermittlungen wegen Gewalt an Pariser Schulen, sexuelle Gewalt eingeschlossen, wie der Sender "France Info" am Montag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtete. 

In sechs Fällen sind Prozesse beantragt. Die meisten Verdächtigen sind Mitarbeiter der Nachmittagsbetreuung, für die die Stadt Paris zuständig ist. Bislang wurde ein Betreuer zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt, zwei weitere wurden freigesprochen. In den drei Fällen steht noch ein Berufungsverfahren an.

Mehrere betroffene Familien haben Mitte August die ehemalige Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo wegen unterlassener Hilfeleistung verklagt. Hidalgo und ihr Nachfolger Emmanuel Grégoire sollen zudem vor einer unabhängigen Untersuchungskommission aussagen. 

Im vergangenen Jahr waren zahlreiche Missbrauchsfälle an Pariser Vor- und Grundschulen bekanntgeworden. Die Stadt geriet in die Kritik, weil zahlreiche Betreuer ungeprüft eingestellt worden waren. Bürgermeister Grégoire kündigte an, die Bewerber künftig besser zu überprüfen. In Paris ist die Zahl der Kinder in der außerschulischen Betreuung im Juli um zwölf Prozent zurückgegangen. 

Ein Gesetz, das die Kontrolle für Betreuer an Schulen verschärfen soll, wird im Oktober im Senat debattiert.Â