Pistorius: Deutschland baut Unterstützung ukrainischer Luftverteidigung weiter aus

Verteidigungsminister Boris Pistorius im Juli in Unna Bild: AFP

Pistorius: Deutschland baut Unterstützung ukrainischer Luftverteidigung weiter aus

Deutschland will nach den Worten von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Ukraine bei der Luftabwehr künftig noch stärker unterstützen. Berlin werde unter anderem die Bereitstellung von Luft-Luft-Raketen vom Typ AIM-9 weiter ausbauen.

Deutschland will nach den Worten von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Ukraine bei der Luftabwehr künftig noch stärker unterstützen. Berlin werde neben der "dringend benötigten" Lieferung von Abwehrraketen des US-Systems Patriot auch die Bereitstellung von Luft-Luft-Raketen vom Typ AIM-9 weiter ausbauen, sagte Pistorius zum Auftakt eines Treffens der Ukraine-Kontaktgruppe (UDCG) am Dienstag. 

Zudem werde die Ukraine mithilfe des Milliardendarlehens der EU mehrere tausend zusätzliche Lenkflugkörper vom Typ Iris-T in Deutschland bestellen, fügte er hinzu. Pistorius zufolge ist die Lieferung der AIM-9-Raketen aus Bundeswehrbeständen bereits im Gange. Sie sollen die ukrainische Luftverteidigung stärken, "bevor der Winter kommt". 

Die neue Bestellung von Lenkflugkörpern vom Typ Iris-T bedeute, "dass die Produktionsmengen der Raketen durch die Einrichtung einer weiteren Fertigungslinie erhöht werden können", sagte der Verteidigungsminister zu Beginn des Treffens. Deutschland werde zudem die Lieferung von Drohnen und weitreichender Munition fortsetzen. Pistorius appellierte "an alle Mitglieder der UDCG, ihre eigenen Bestände zu prüfen und entsprechende Lieferungen vorzunehmen". 

Die Verteidigungsminister der Ukraine-Unterstützer berieten bei ihrer Videoschaltung darüber, wie die ukrainische Luftverteidigung angesichts des nahenden Winters und anhaltend schwerer russischer Luftangriffe gestärkt werden kann. Erstmals nahmen die neuen Verteidigungsminister Großbritanniens, Wes Streeting, und der Ukraine, Jewhenij Chmara, an einem Treffend der Kontaktgruppe teil. Nato-Generalsekretär Mark Rutte erklärte, er wolle alle Staaten "nachdrücklich" auffordern, ihre Unterstützung zu erhöhen. "Wir haben keine Wahl", betonte Rutte. 

Die Ukraine-Kontaktgruppe war nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine erstmals im April 2022 auf Einladung der USA auf deren Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein zusammengekommen. Seitdem trägt das Format als Koordinierungsstelle maßgeblich zur militärischen Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskrieg gegen Russland bei. Dabei beteiligen sich auch Länder außerhalb der Nato. Im April vergangenen Jahres übernahmen Deutschland und Großbritannien gemeinsam die Leitung des Gremiums.Â