Macron verwies auf den Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen und auf die jüngsten Warnungen seines polnischen Amtskollegen Donald Tusk vor russischen hybriden Attacken. "Dahinter steckt der Wille, uns einzuschüchtern und die Unterstützung für die Ukraine zu bremsen", sagte Macron. "Die Folge davon ist jedoch das Gegenteil", fügte er hinzu.Â
Details zu einer möglichen Reaktion Frankreichs nannte Macron nicht. "Es gehört zum Prinzip der Abschreckung, nicht zu zeigen, was man tut", erklärte er. Russland mache einen Fehler, "weiter so mit Europa umzugehen", betonte Macron. "Wir lassen uns nicht einschüchtern, weil wir wissen, dass es in der Ukraine auch um unsere Sicherheit geht", sagte er.Â
Macron kündigte an, sich auf EU-Ebene um eine bessere Koordination der Gasspeicher einzusetzen. Er wolle außerdem ein G7-Treffen zur Energieversorgung einberufen.Â
In Paris besteht die Sorge, dass der Unmut wegen der Treibstoffpreise sich zunehmend gegen die Regierung richtet. 2018 hatten Proteste gegen eine geplante Preiserhöhung bei Treibstoffen zu massiven gewaltsamen Protesten der sogenannten Gelbwesten geführt.Â
Anfang August war am Leipziger Flughafen eine mit Sprengstoff beladene Drohne in der Nähe von ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Der Flughafen ist Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine. Die Bundesregierung machte Russland Anfang September für den versuchten Anschlag verantwortlich und verhängte neue Strafmaßnahmen gegen Moskau. Der polnische Regierungschef Donald Tusk warnte erst am Donnerstag, dass Russland "hybride Angriffe" mit Drohnen und Raketen auf Länder plane, die Unterstützer der Ukraine im Krieg gegen Russland seien.
Macron darf nach zwei Amtszeiten 2027 nicht wieder kandidieren. Die Präsidentschaftswahl findet am 18. April und 2. Mai nächsten Jahres statt.Â