Mafia-Korruption nach Erdbeben von Ancona: Acht Festnahmen
AFP22. Oktober 2026, 15:58 UhrBRENNPUNKTE
Wegen mutmaßlicher Mafia-Korruption beim Wiederaufbau nach dem Erdbeben von Ancona vor zehn Jahren sind in Italien acht Verdächtige festgenommen worden. Es seien mehr als 50 Razzien ausgeführt worden, teilte die Finanzpolizei mit.
Wegen mutmaßlicher Mafia-Korruption beim Wiederaufbau nach dem Erdbeben von Ancona vor zehn Jahren sind in Italien acht Verdächtige festgenommen worden. Es seien am Donnerstag mehr als 50 Razzien ausgeführt worden, teilte die Finanzpolizei mit. Dabei seien Vermögenswerte im Wert von mehr als 57 Millionen Euro sichergestellt worden. Die acht Festgenommenen gehören den Angaben zufolge zu insgesamt 51 Verdächtigen, die sich nach dem Erdbeben illegal bei Bauaufträgen bereichert haben sollen.
Die Razzien in der Provinz Ancona an der Ostküste Italiens erfolgten den Angaben zufolge im Zusammenhang mit Betrugsermittlungen, bei denen eine "Unterwanderung durch mafiöse organisierte Kriminalität" aufgedeckt worden sei. Konkret sei ein "rechtswidriges System bei der Vergabe von Aufträgen für den privaten Wiederaufbau nach dem Erdbeben von 2016 sowie bei öffentlichen Ausschreibungen" aufgedeckt worden.
Das Erdbeben von Ancona am 30. Oktober 2016 war das stärkste in Italien seit 30 Jahren. Trotz einer Stärke von 6,5 gab es keine Todesopfer - nur viel Zerstörung. Deutlich dramatischer war ein Beben der Stärke 6,2 im August des gleichen Jahres in den Abruzzen: Dabei kamen 299 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen im Bergdorf Amatrice.