Kopfschmerzen hinter den Augen - warum sie auftreten und wie man sie vorbeugen und behandeln kann

Auf der ganzen Welt hat fast jeder schon einmal schlimme Kopfschmerzen erlebt und kennt die unangenehmen Symptome, die dazu gehören. Viele hatten auch schon Migränen, die Schwindel, Übelkeit und Magenschmerzen auslösen, sowie die Sehkraft beeinträchtigen können.

Roshni Patel BSc (Hons) MCOptom, Professional Services Manager bei Lenstore, bietet einen Einblick in die Art und Weise, wie unsere Augen von verschiedenen Arten von Kopfschmerzen und Migränen betroffen sein können, wie sie auftreten, wie Sie diese vorbeugen können, und wie Sie Ihre Sehkraft schützen können.

Allgemeine Kopfschmerzen

Da heutzutage viele Menschen regelmäßig von zu Hause aus arbeiten, ist der Arbeitsplatz weniger gut ausgestattet, wenn es um die Rückenstützung, Abstand zum Bildschirm und den Komfort geht. Es kann sein, dass Viele nicht unter idealen Bedingungen arbeiten und daher für Kopfschmerzen und allgemeine Beschwerden anfälliger sind.

„Rund 80% meiner Patienten kamen aufgrund von Fragen zu Kopfschmerzen in meine Praxis. Nach tieferer Nachfrage über die Art der Kopfschmerzen, war das übliche Muster ein dumpfer Schmerz, der sich im Laufe des Tages verschlimmerte, oder ein Schmerz, der sich gegen Ende der Woche, vor allem an der Vorderseite des Kopfes und an den Schläfen verstärkte. Nach genauerer Betrachtung hat sich herausgestellt, dass der ständige  Gebrauch von digitalen Geräten am Arbeitsplatz und zu Hause als Ursache gilt.“
- Roshni Patel, BSc (Hons) MCOptom

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen bilden sich in Form von leichten bis starken Schmerzen an der Stirn oder den Schläfen und können als Folge von Stress auftreten.

Es gibt eine Vielzahl von Ursachen für Spannungskopfschmerzen, darunter Infektionen, Dehydrierung, Fehlhaltung oder Überanstrengung der Augen - bei denen die Augen, die ständig auf einen Bildschirm gerichtet sind, ermüden können.

Weitere Informationen zu Spannungskopfschmerzen finden Sie hier.

Cluster-Kopfschmerzen

Cluster-Kopfschmerzen sind eine Reihe von kurzen Kopfschmerz-Attacken die im Laufe des Tages auftreten, meist auf einer Seite des Kopfes. Diese können sehr schmerzhaft sein und zusätzliche Symptome wie rote Augen oder Tränenfluss sowie Schweißausbrüche, Hautrötungen und eine verstopfte Nase hervorrufen.

„Ich hatte einen Patienten, der über einen gewissen Zeitraum Phasen hatte, in denen er immer wieder durch einen starken Schmerz hinter und um ein Auge herum aufgeweckt wurde. Gleichzeitig  hatte er auch ein rotes und tränendes Auge. Bei weiterer Nachfrage stellte ich fest, dass dies jede Nacht zur gleichen Zeit geschah. Dies sind typische Symptome von Cluster-Kopfschmerzen.

„Er unterzog sich vielen Tests, allerdings wurde man nicht fündig, daher sagte man ihm, er solle die Schmerzen mit rezeptpflichtigen Schmerzmitteln behandeln.” - Roshni Patel, BSc (Hons) MCOptom

Weitere Informationen zu Cluster-Kopfschmerzen finden Sie hier.

Occipitalis-Neuralgie

Bei der Occipitalis-Neuralgie treten Kopfschmerzen auf, die im oberen Nacken oder Hinterkopf beginnen und hinter den Augen und über die Kopfhaut wandern, wobei die Schmerzen entweder in Form von Attacken auftreten können  oder anhaltend sind.

Personen, die zu Migränen neigen, sind für eine Occipitalis-Neuralgie eher anfällig. Die Urschache ist eine Reizung oder Verletzung der Occipitalis-Nerven. Bei dieser Art von Kopfschmerzen leidet man häufig auch unter Lichtempfindlichkeit und durch Bewegung können die Schmerzen stärker werden.

Weitere Informationen zur Occipitalis-Neuralgie finden Sie hier.

Ungewöhnliche Augenprobleme durch Kopfschmerzen

Nicht alle Kopfschmerzen sind isolierte Symptome. Einige können Hinweise auf weitergehende Probleme sein, und es ist wichtig, dass Sie bei zusätzlichen Symptomen einen Arzt oder Augenarzt aufsuchen.

Anteriore Uveitis

Die anteriore Uveitis ist eine Form der Uveitis, bei der eine Entzündung in der Uvea, einem Teil des Auges, vorliegt. Sie beginnt in der Regel langsam, über mehrere Stunden oder Tage hinweg und führt zu einer Augenrötung und Schmerzen im oder um das Auge herum, Lichtempfindlichkeit und möglicherweise zu verschwommener Sicht - meist auf ein Auge beschränkt.

Wenn Sie entsprechende Symptome bei Ihnen feststellen, sollten Sie sofort Ihren Augenarzt oder ein Krankenhaus aufsuchen.

Sehnerventzündung

Die Sehnerventzündung tritt auf, wenn eine Entzündung den Sehnerv schädigt. Dabei kann es zum Verlust der Sehkraft in einem Auge und in bestimmten Sichtfeldern, sowie zum Verlust des Farbsehens kommen.

In der Regel entwickelt sich ein Schmerz hinter dem Auge, welcher sich durch Augenbewegungen verschlimmern kann.

Die Sehnerventzündung kann als Folge mehrerer verschiedener Erkrankungen auftreten, insbesondere der Multiplen Sklerose. Wenn Sie das Gefühl haben, eines dieser Symptome zu verspüren, sollten Sie sich so bald wie möglich bei Ihrem Augenarzt untersuchen lassen.

Glaukom

Ein akutes Geschlossenwinkelglaukom kann plötzlich und ohne Vorwarnung auftreten. Zu den Symptomen können Übelkeit und Erbrechen, starke Kopf- und Augenschmerzen sowie der Verlust der Sehkraft gehören. Des Weiteren kann es zu verschwommener Sicht und dem plötzlichen Auftreten von regenbogenfarbenen Kreisen um helle Lichter im Gesichtsfeld kommen.

Wenn diese Symptome bei Ihnen auftreten, sollten Sie sofort einen Augenarzt aufsuchen,  damit das Risiko auf Schäden so schnell wie möglich  minimiert werden kann.

Stauungspapille

Eine Stauungspapille ist eine Schwellung des Sehnervs aufgrund eines erhöhten intrakraniellen Drucks. Sie weist zwar zu Beginn nicht immer Symptome auf, es können  jedoch mit der Zeit Sehprobleme und Kopfschmerzen, sowie Übelkeit auftreten. Die Folge dafür kann eine Verletzung oder Erkrankungen, wie zum Beispiel Hirntumoren, sein, weshalb regelmäßige Augenuntersuchungen unerlässlich sind, um eine Stauungspapille so früh wie möglich zu erkennen.

Eine unterlassene Behandlung einer Stauungspapille kann schlussendlich zum Verlust der Sehkraft führen.

„Ich erinnere mich an einen Patienten, der beim Aufwachen starke Kopfschmerzen hatte. Da haben sofort die Alarmglocken geläutet - Kopfschmerzen beim Aufwachen deuten in der Regel, aber nicht immer, auf ein Problem hin, da die Augen zu Beginn des Tages gut auskuriert sind.

„Ich bat ihn, seine Kopfschmerzen auf einer Skala von 0-10 zu bewerten, und ohne zu zögern antwortete er: eine 10. Die Stärke der Kopfschmerzen ließ bei mir auch die Alarmglocken läuten.

„Seine Sicht war schlecht, und als ich den Augenhintergrund untersuchte, bemerkte ich eine Schwellung beider Sehnerven (Papillenödem). Dies wird in der Regel durch einen erhöhten intrakraniellen Druck hervorgerufen, was auf eine Läsion im Gehirn hindeuten kann.

„Er wurde umgehend ins Krankenhaus überwiesen, wo ein Hirntumor diagnostiziert wurde.“ - Roshni Patel, BSc (Hons) MCOptom

Arteriitis temporalis

Die Arteriitis temporalis ist eine Form von Entzündung der Blutgefäßwände, die zu Verengungen der Arterien führt. Sie lässt sich an einem ständigen starken, pochenden und brennenden Schmerz an den Schläfen erkennen, der sich bei Berührung des Bereichs verschlimmern kann. In der Regel bemerken Patienten diesen Schmerz beim Bürsten der Haare.

Am häufigsten treten die Schmerzen auf einer Seite des Kopfes auf und können mit Müdigkeit, Fieber, Gewichtsverlust und möglicherweise mit Schmerzen in den Kiefermuskeln einhergehen.

In einigen Fällen kann die Arterie, die die Netzhaut versorgt, vollständig blockiert werden, was zum Verlust der Sehkraft führen kann, während eine Blockade, die zum Gehirn führt, einen Schlaganfall verursachen kann. Suchen Sie so früh wie möglich einen Arzt auf, um mit der Behandlung zu beginnen.

Migränen und die Augen

Die Migräne ist eine spezifische und schwere Form von Kopfschmerzen und wird von weiteren Symptomen begleitet.

Übelkeit, Erbrechen und eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht und Schall sind häufig. Es gibt verschiedene Arten von Migränen, darunter auch die „Migräne mit Aura“, bei der Sehstörungen wie Lichtblitze im Sehfeld, blinde Flecken oder andere Veränderungen des Sehvermögens auf beiden Augen, der Migräne vorausgehen. Die häufigste Form ist die „Migräne ohne Aura“, bei der es keine spezifischen Warnzeichen gibt, und die letzte Form ist die „Migräne Aura ohne Kopfschmerz", bei der Patienten die Symptome einer Migräne ohne die Kopfschmerzen erleben können.

Behandlung von Kopfschmerzen hinter den Augen

Obwohl viele allgemeine Kopfschmerzen mit Schmerzmitteln und rezeptfreien Medikamenten behandelt werden können, ist es am besten, etwa gegen die Schmerzen zu tun, insbesondere wenn Sie regelmäßig Kopfschmerzen haben, die nicht die Folge eines umfassenden medizinischen Problems sind.

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten Kopfschmerzen vorzubeugen und zu behandeln:

- Regelmäßiger Schlaf - Unregelmäßige Schlafmuster, einschließlich Schlafmangel und Verschlafen, können Kopfschmerzen verursachen. Ideal sind sechs bis acht Stunden Schlaf pro Nacht, die zur gleichen Zeit beginnen und enden.
- Körperliche Aktivität - Körperliche Bewegung an der frischen Luft, kann dazu beitragen, dass der Körper richtig funktioniert.
- Körperhaltung - Die Lage der Wirbelsäule kann die Nerven beeinträchtigen und Kopfschmerzen verursachen. Es wird empfohlen, den unteren Rücken zu stützen, sowie regelmäßige Pausen und Dehnübungen durchzuführen.
- Bequeme Einrichtung und Pausen - Die Bildschirme sollten 50-100 cm vom Gesicht entfernt aufgestellt werden, sowohl um eine Neigung in einem schlechten Winkel zu verhindern als auch um die Belastung der Augen und die Ermüdung der Augen zu verringern - aber Sie sollten dennoch regelmäßig alle 20 Minuten Pausen einlegen, um mindestens 20 Sekunden lang auf etwas zu schauen, das mindestens 20 Meter entfernt ist.
- Flüßigkeitszufuhr - Dehydrierung ist eine der häufigsten Ursachen für Kopfschmerzen. Regelmäßiges Wassertrinken kann dazu beitragen, Kopfschmerzen und Augentrockenheit zu vermeiden.
- Medikamente - Allgemeine Kopfschmerzen können mit frei zugänglichen Schmerzmitteln behandelt werden. Wenn Sie regelmäßig unter Migränen leiden, sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über rezeptpflichtige Medikamente  wie z.B. Triptane sprechen.
- Ruhe - Einfach in einem dunklen und ruhigen Raum liegen kann manchmal helfen, Symptome zu lindern, bis der Kopfschmerz oder die Migräne vorbei ist.
- Massage – Eine leichte Massage kann helfen, einige der Verspannungen zu lösen, die vor allem zu den Migräne-Schmerzen beitragen.
- Kompressen - Warme oder kalte Kompressen, die auf den Kopf und Nacken gelegt werden, können manchmal einen Teil der Schmerzen lindern, die bei Kopfschmerzen oder Migräne auftreten.
- Sehtests - Falsche Korrekturwerte Ihrer Kontaktlinsen oder Brille kann zu einer Überanstrengung der Augen führen und Kopfschmerzen verursachen. Gehen Sie regelmäßig zu Ihrem Augenarzt, um Ihren Kontaktlinsen- oder Brillenpass auf dem neuesten Stand zu halten.

Kopfschmerzen können aus den verschiedensten Gründen auftreten und sind in der Regel, abgesehen vom Schmerz, komplett harmlos. Wenn bei Ihnen jedoch ungewöhnliche Symptome auftreten, sollten Sie sich an einen Arzt oder eine Ärztin wenden.