Grippe: Warum ist nur jeder fünfte Deutsche geimpft?
Annette Bulut (mp)23. Februar 2015, 15:12 UhrNEWS
.
Obwohl Grippe (Influenza) durch die Möglichkeit der Impfung eine vermeidbare Krankheit ist, sterben deutschlandweit jährlich bis zu 10 000 vorwiegend ältere Menschen an ihr. Der Grund: Nur jeder fünfte Deutsche lässt sich impfen. Die durchschnittliche Impfrate beträgt nicht einmal 20 Prozent. Welche Rolle spielen dabei Ärzte? Es gelte, nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte stärker zu motivieren, häufiger von der Influenzaimpfung Gebrauch zu machen, fordert der Impfstoff-Hersteller bioCSL aus Hattersheim. Eine wichtige Aufgabe für die nächsten Jahre sei die Anhebung der Impfraten. "Dies gestaltet sich aufgrund des immer häufiger eingesetzten Kostendämpfungsmittels der Ausschreibung für Influenza-Impfstoffe durch die gesetzlichen Krankenkassen zunehmend schwierig. So zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, dass die Impfquoten in Ländern, in denen Impfstoffdosen eines einzigen Herstellers im Rahmen einer Ausschreibung eingekauft werden, niedriger sind, als in jenen, in denen die Entscheidung für den jeweiligen Impfstoff dem Arzt obliege", kritisiert das Unternehmen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für Senioren bis zum Jahr 2010 eine Durchimpfungsrate von 75 Prozent als Ziel definiert. Davon ist Deutschland mit etwa 40 Prozent in der Altersgruppe 60plus weit entfernt. Auffallend sind hierzulande vor allem die großen regionalen Unterschiede: Während in den alten Bundesländern gerade einmal knapp 40 Prozent der über 60-Jährigen gegen Influenza geimpft ist, sehen die Zahlen in den neuen Bundesländern mit etwa 60 Prozent etwas besser aus.