Rudolf Huber/mp5. Januar 2018, 09:12 UhrGESUNDHEIT
Sie rettet Neugeborenen das Leben - und hält einen offiziellen Rekord der 'Guinness World of Records'-Gesellschaft in einer eher ungewöhnlichen Sparte: Kardiotechniker Wolfgang Böttcher vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) hat jetzt das offizielle Zertifikat für die Herz-Lungen-Maschine mit dem weltweit kleinstem Füllvolumen erhalten.
Sie rettet Neugeborenen das Leben - und hält einen offiziellen Rekord der "Guinness World of Records"-Gesellschaft in einer eher ungewöhnlichen Sparte: Kardiotechniker Wolfgang Böttcher vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) hat jetzt das offizielle Zertifikat für die Herz-Lungen-Maschine mit dem weltweit kleinstem Füllvolumen erhalten.
Größter Vorteil des in jahrzehntelanger Arbeit entwickelten Geräts: die Möglichkeit, komplizierte Herzoperationen an Neugeborenen ohne Fremdblut-Konserven durchführen zu können. Der Hintergrund: Herz-Lungen-Maschinen müssen befüllt werden, ehe sie bei Operationen das stillgelegte Herz ersetzen. Ansonsten würde Luft in den Körper gepumpt - eine tödliche Gefahr. Während früher Spenderblut verwendet wurde, welches das Risiko Infektionen und Unverträglichkeitsreaktionen in sich birgt, wird heute meist eine sterile Elektrolytlösung eingesetzt.
Bei Erwachsenen sind die dafür nötigen Mengen kein Problem. Winzige Neugeborene reagieren wegen ihrer sehr geringen Blutmenge - nur 85 Milliliter pro Kilo Körpergewicht - aber sehr empfindlich darauf, deshalb musste meist auf Spenderblut zurückgegriffen werden. Dank der neuen Maschine ist damit Schluss. Wegen ihres minimalen Füllvolumens von nur 73 Milliliter erlaubt sie die fremdblutfreie OP selbst bei frühgeborenen Säuglingen von unter 2000 Gramm Geburtsgewicht. Erreicht wurde das, was simpel klingt, aber in der Praxis enorm aufwendig ist, vor allem durch eine Verkürzung der Schlauchverbindungen zwischen den einzelnen Komponenten. Wegen der neuen Maschine gilt das DHZB jetzt als weltweit einziges Herzzentrum, in dem fremdblutfreie Eingriffe bei Neu- und Frühgeborenen routinemäßig und ohne Sicherheitsrisiko durchgeführt werden können.