Nanopartikel statt Chemotherapie?

Die Wissenschaft sucht wegen deren starken Nebenwirkungen intensiv nach Alternativen zur Krebsbehandlung durch Chemo- oder Strahlentherapie. Eine Möglichkeit könnten durch Licht aktivierbare nanopartikuläre Substanzen sein, so das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).


Die Wissenschaft sucht wegen deren starken Nebenwirkungen intensiv nach Alternativen zur Krebsbehandlung durch Chemo- oder Strahlentherapie. Eine Möglichkeit könnten durch Licht aktivierbare nanopartikuläre Substanzen sein, so das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Diese sogenannten Fotokatalysatoren lassen sich bisher nur durch kurzwelliges, ultraviolettes Licht aktivieren. Der Nachteil: Das hat nur eine niedrige Eindringtiefe in die Haut. Außerdem ist UV-Licht zellschädigend. KIT-Forscher haben jetzt einen Fotokatalysator auf Basis von Zinnwolframat entwickelt, mit dem sich möglicherweise eines Tages tiefer sitzende Tumore behandeln lassen und der kostengünstig herzustellen ist. Für weitergehende Tests, die präklinischen Studien, suchen sie aktuell Partner in der Industrie.

"Die Zinnwolframat-Partikel reagieren auf den blauen Anteil im Tageslicht, welcher aufgrund längerer Lichtwellenlängen bis ins Unterhautgewebe vordringen kann", so Claus Feldmann vom Institut für Anorganische Chemie des KIT. "So ist der Fotokatalysator um ein Vielfaches aktiver und tiefer liegende Hauttumore wären behandelbar. Deshalb könnte er für die Hautkrebstherapie geeignet sein."