Wenn die Arbeit ins Auge geht

In der digitalen Welt hat der Kopf Schwerstarbeit zu verrichten. So mancher Schädel qualmt vor Stress. Und die Augen brennen nach schier endlos vielen Stunden vor dem Computer-Bildschirm. Das ist der Preis des Fortschritts. Arbeitnehmer sollten allerdings sofort Alarm schlagen.


In der digitalen Welt hat der Kopf Schwerstarbeit zu verrichten. So mancher Schädel qualmt vor Stress. Und die Augen brennen nach schier endlos vielen Stunden vor dem Computer-Bildschirm. Das ist der Preis des Fortschritts. Arbeitnehmer sollten allerdings sofort Alarm schlagen und einen Termin beim Betriebsarzt vereinbaren, empfehlen die Arbeitsmediziner von Dekra. Denn oft lasse sich das Sehen mithilfe einer speziellen Bildschirmbrille verbessern.

"Die Verschlechterung der Sehfähigkeit ist in der Regel eine Frage des Lebensalters. Ab Mitte 40 sind normalsichtige Menschen auf eine Lesebrille angewiesen, um den Leseabstand zu korrigieren. Ferner können bei längerer Bildschirmarbeit Übermüdungssymptome auftreten", erklärt Arbeitsmediziner Dr. Siegfried Drescher. Typisch sind brennende Schmerzen, juckende, gerötete oder trockene Augen sowie Sehunschärfe und Augen-Druck. Vor allem bei ungünstiger Kopfhaltung kann es auch zu Kopf- und Nackenschmerzen kommen.

"Solche Beschwerden nehmen mit der altersbedingten Veränderung des Auges zu", sagt Drescher. Als Sofortmaßnahme empfiehlt der Mediziner, häufiger Bildschirmpausen in den Tagesverlauf einzustreuen, immer wieder vom Bildschirmarbeitsplatz aufzustehen und sich möglichst viel zu bewegen. Ebenso wichtig ist aber auch ein Besuch beim Betriebsarzt. "Was viele nicht wissen: Unternehmen sind verpflichtet, eine Arbeitsmedizinische Vorsorge für Arbeitnehmer anzubieten, die sich auch auf Bildschirmarbeitsplätze erstreckt", sagt Drescher.

Bei diesem Angebot, das für Arbeitnehmer nicht verpflichtend ist, hat der Betriebsarzt die Aufgabe, zu beraten und zu klären, ob der Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine spezielle Bildschirmbrille hat. Laut Arbeitsmedizinischer Vorsorgeverordnung muss der Arbeitgeber eine spezielle Bildschirmbrille zur Verfügung stellen, falls eine normale Lesebrille für die Arbeit am Monitor nicht ausreicht. Die Kosten für die Fassung und zwei Gläser sind in vollem Umfang vom Arbeitgeber zu tragen, es gibt also nicht nur einen Zuschuss.

Die Bildschirm- oder Nahkomfortbrille ist eine Art optimierte Gleitsichtbrille für den Nahbereich, die speziell auf die Anforderungen im Büro zugeschnitten ist. Große komfortable Sehbereiche für die Nähe sowie für mittlere Abstände bis etwa drei Meter machen es für das Auge leichter, sich auf den Abstand zu Bildschirm, Tastatur, Textvorlagen und Publikumsverkehr stufenlos einzustellen.