Manche Medikamente müssen im Kühlschrank übersommern
Lars Wallerang/mp4. Juni 2018, 10:59 UhrGESUNDHEIT
Fast 30 Millionen Arzneimittel reagieren empfindlich auf sommerliche Temperaturen. Diese Medikamente sollten in den Kühlschrank wandern, raten Pharmazeuten.
Fast 30 Millionen Arzneimittel reagieren empfindlich auf sommerliche Temperaturen. Diese Medikamente sollten in den Kühlschrank wandern, raten Pharmazeuten. Die Zahl entspricht knapp fünf Prozent der jährlich mehr als 660 Millionen ärztlich verordneten Medikamente, die Patienten in den Apotheken erhalten.
Das ergeben Berechnungen des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) für zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnete Arzneimittel im Jahr 2017. Demnach gelten 19,5 Millionen Medikamente als Kühlartikel, deren Lagertemperatur bei maximal 8 Grad Celsius liegen darf.
Dazu kommen noch 8,2 Millionen kühlkettenpflichtige Arzneimittel, die innerhalb der gesamten Lieferkette sowie bei der Lagerung ohne Unterbrechung zwischen 2 und 8 Grad Celsius gekühlt werden müssen. Beispiele dafür sind Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Gelbfieber. Auch einige Dosieraerosole gegen Asthma sowie einige Glaukom-Augentropfen müssen ununterbrochen gekühlt werden.
"Wenn ein Arzneimittel kühlpflichtig ist, so ist das auf der Packung vermerkt", sagt Berend Groeneveld, Apotheker und Patientenbeauftragter des Deutschen Apothekerverbandes (DAV). Patienten, die unsicher sind, können aber jederzeit in ihrer Apotheke fragen. Hitzeempfindliche Medikamente sollten unterwegs in einer Kühltasche ohne Kühlelemente verstaut werden. Doch Vorsicht! Medikamente wie Insulin, die zu Hause im Kühlschrank gelagert werden müssen, können zwar unterwegs in einer Kühlbox mit Kühlakku gelagert werden, dürfen aber nicht einfrieren und sollten deshalb mit einem Handtuch umwickelt werden.
Deshalb eignen sich kühlpflichtige Arzneimittel nicht so gut für den Versandweg. "Bei Arzneimitteln aus der Apotheke vor Ort ist die Temperaturführung vom Hersteller über den Großhandel bis zur Abgabe an den Patienten indes garantiert", versichert Groeneveld. Deswegen sei es für Patienten wichtig, eine Apotheke in der Nähe zu haben.