Spionage-Zellen gegen Krebs

Forscher der Universität Erlangen wollen die Therapie der Akuten Lymphatischen Leukämie (ALL) verbessern. Immunzellen der Patienten werden mit künstlichen Sensoren ausgestattet und sollen so Krebszellen aufspüren und zerstören.


Forscher der Universität Erlangen wollen die Therapie der Akuten Lymphatischen Leukämie (ALL) verbessern. Immunzellen der Patienten werden mit künstlichen Sensoren ausgestattet und sollen so Krebszellen aufspüren und zerstören.

Die Methode ist zwar nicht ganz neu. Bisher sprechen aber nicht alle Patienten auf diese Art der Therapie an. Die Erlanger Wissenschaftler wollen das mit einem abgewandelten Therapiekonzept ändern. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Forschungsprojekt mit rund 145.000 Euro.

Bei der ALL entstehen vermehrt unreife, funktionsuntüchtige weiße Blutkörperchen. Das Blut kann deshalb seinen lebenswichtigen Funktionen im Körper, wie etwa Sauerstofftransport, Abwehr und Wärmeregulation, nicht mehr nachkommen. Unbehandelt kann die ALL innerhalb kürzester Zeit zum Tod führen. Die Wissenschaftler um Professor Dr. Lars Nitschke, Lehrstuhl für Genetik der Universität Erlangen, wollen mit ihrer Immuntherapie patienteneigene T-Killerzellen mit einem speziellen Sensor versehen. Die so ausgestatteten Zellen sind darauf spezialisiert, sich an das Oberflächenmolekül mit dem wissenschaftlichen Namen CD19 auf Leukämiezellen zu heften und sie zu zerstören.

Projektleiter Nitschke erläutert: "Die CD19-Therapie wirkt nicht bei allen Leukämiepatienten. Als möglichen neuen Angriffspunkt für T-Killerzellen haben wir das Molekül CD22 identifiziert, welches ebenfalls in großen Mengen auf der Oberfläche von Zellen der Akuten Lymphatischen Leukämie vorkommt. Diesen Therapieansatz werden wir nun im Detail erforschen." Die Erlanger Wissenschaftler hoffen, dass ihre Studie dazu beiträgt, zukünftig den Großteil der Betroffenen erfolgreicher behandeln zu können.