Supermärkte reduzieren Zucker in Eigenmarken

Viele Lebensmittel enthalten zu viel Zucker und Salz. Das sagen jedenfalls Mediziner und Ernährungswissenschaftler. Jetzt ändern einige Supermärkte die Rezepturen ihrer Eigenmarken. Doch gibt es Irritationen.


Viele Lebensmittel enthalten zu viel Zucker und Salz. Das sagen jedenfalls Mediziner und Ernährungswissenschaftler. Jetzt ändern einige Supermärkte die Rezepturen ihrer Eigenmarken. Doch gibt es Irritationen. "Penny" habe bereits mehr als 30 Eigenmarken-Produkte hinsichtlich deren Salz- und Zuckergehalt gesenkt, sagt Jochen Baab, Geschäftsführer bei Rewe. In den kommenden Wochen sollen weitere 30 folgen. "Leider dürfen wir unsere Kunden wegen der Health Claim-Verordnung erst ab einer Reduktion von 25 Prozent bei Salz und sogar 30 Prozent bei Zucker deutlich am Produkt darauf aufmerksam machen", klagt Baab. "Das ist aus unserer Sicht kontraproduktiv."

Deswegen starte man jetzt eine eigene Internet-Seite, auf der die Kunden informiert werden, welche Rezepturen die Supermarkt-Kette zunächst im Hinblick auf die Zutat Zucker in welcher Form geändert haben. "Zudem zeigen wir, welche Produkte wir gerade bearbeiten." Im nächsten Schritt will Penny diese Kundeninformation auch auf den Aspekt des Salzgehalts erweitern. Penny greift den Aspekt "Zuckerreduktion" unterstützend in rund sechs Millionen Handzetteln auf. Die bereits umgestellten Produkte haben laut Rewe zwischen 6,7 Prozent (Eckenjoghurt Vanille mit Schokoballs) und 20,6 Prozent (Sahnekefir) weniger Zucker.

Im Juni vergangenen Jahres hatte Rewe - zu dem Penny gehört - ein Reduktionsprogramm für Salz und Zucker vorgestellt. Ziel ist es, die Eigenmarken-Rezepturen langfristig zu verändern, möglichst ohne dabei die Sensorik der Produkte zu verändern. Änderungen im Herstellungsprozess durch neue Technologie sind genauso möglich, wie Änderungen der Rezepturen zum Beispiel in der Auswahl der Gewürze oder Fruchtkomponenten. Das Salz- und Zucker-Reduktionsprogramm ist auf Langfristigkeit angelegt, denn "gelernte" Geschmackserwartungen lassen sich nur über einen längeren Zeitraum ändern.