Das Wandern ist des Müllers Lust. Wie aber sieht es mit Gesundheitswandern aus? Da hat nicht nur 'Herr Müller' noch etwas Nachholbedarf. Denn dabei handelt es sich um eine relativ neue Form der Bewegung.
Das Wandern ist des Müllers Lust. Wie aber sieht es mit Gesundheitswandern aus? Da hat nicht nur "Herr Müller" noch etwas Nachholbedarf. Denn dabei handelt es sich um eine relativ neue Form der Bewegung. Mit Gesundheitswandern sollen Menschen angesprochen werden, denen eine lange Wanderung zu aufwendig und ein Spaziergang zu langweilig ist.
"Gesundheitswandern stößt in eine Lücke, weil es verschiedene Aktivitäten ausgewogen mixt", erklärt die Geschäftsführerin des Deutschen Wanderverbands, Ute Dicks, im Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". Denn das zertifizierte Angebot des Wanderverbands kombiniert geselliges Wandern und Übungen an Aussichtspunkten, mit denen gezielt Koordination, Kraft und Ausdauer trainiert werden.
Eine Studie der Universität Halle-Wittenberg hat gezeigt: Das Gesundheitswandern senkt hohen Blutdruck, steigert die Ausdauer und fördert das Abnehmen. Fast 800 zertifizierte Gesundheitswanderführer gibt es mittlerweile in Deutschland. Alle haben an einer Fortbildung des Deutschen Wanderverbands teilgenommen, der das Konzept gemeinsam mit Physiotherapeuten von der Universität Osnabrück entwickelt hat. Rücken, Schultern, Oberschenkel, Waden, Arme, Finger - jeder Körperteil wird beim Gesundheitswandern trainiert. Und auch Trittsicherheit und Gleichgewichtssinn kommen sich zu kurz.
Ob es Angebote vor der eigenen Haustür gibt, erfährt man online unter www.gesundheitswanderfuehrer.de. Zahlreiche gesetzliche Krankenkassen erstatten bei regelmäßiger Teilnahme 80 Prozent der Kursgebühren, bis zu einem maximalen Zuschuss von 75 Euro pro Jahr. Voraussetzung dafür ist, dass der Kurs von einem zertifizierten Gesundheitswanderführer angeboten wird. Und wer weiß: Vielleicht schnürt auch "Herr Müller" beim nächsten Bewegungs-Ausflug seine Wanderstiefel.