Pflegenotstand: 100.000 Mitarbeiter fehlen

Immer wieder ist in deutschen Medien vom Pflegenotstand die Rede, und Beschäftigte sowie Patienten spüren die Überbelastung wegen fehlender Pflegekräfte viel zu oft am eigenen Leib. Die Hans-Böckler-Stiftung hat jetzt in einer neuen Studie beziffert, wie viele Mitarbeiter benötigt werden: 100.000 Vollzeitkräfte fehlen demnach im Pflegedienst deutscher Kliniken.


Immer wieder ist in deutschen Medien vom Pflegenotstand die Rede, und Beschäftigte sowie Patienten spüren die Überbelastung wegen fehlender Pflegekräfte viel zu oft am eigenen Leib. Die Hans-Böckler-Stiftung hat jetzt in einer neuen Studie beziffert, wie viele Mitarbeiter benötigt werden: 100.000 Vollzeitkräfte fehlen demnach im Pflegedienst deutscher Kliniken.

Die Studie kritisiert außerdem die geplanten Maßnahmen dem Haus von Gesundheitsminister Jens Spahn. Die vorliegenden Entwürfe des Bundesgesundheitsministeriums würden die große Personallücke nicht schließen, so die Prognose von Prof Dr. Michael Simon, Pflegeexperte von der Hochschule Hannover. Die geplante "Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung" (PpUGV) setze "die Linie der vorherigen Regierungen fort und verweigert Vorgaben, die eine bedarfsgerechte Personalbesetzung zum Ziel haben", kritisiert Simon.

Der vorliegende BMG-Entwurf für ein "Pflegepersonal-Stärkungsgesetz" (PpSG) gehe an einem entscheidenden Punkt in die falsche Richtung: Er nutze nicht die vorhandenen Möglichkeiten, den Personalbedarf realitätsnah auf Basis der in den Krankenhäusern behandelten Patienten zu erheben, sondern beziehe sich auf pauschale Kostengrößen, die unabhängig vom realen Pflege- und Personalbedarf kalkuliert würden. "Ein solches System kann somit bestenfalls nur die bestehende Personalbesetzung reproduzieren. Und das heißt im Fall des Pflegedienstes, die bestehende Unterbesetzung festzuschreiben", warnt der Wissenschaftler, dessen Bedarfsanalyse 100.000 Pflegestellen ausweist.