Wissenschaftler gehen Resistenzen auf den Grund

Resistenzen gegen Antibiotika nehmen weltweit zu und sorgen immer wieder für Probleme bei der Behandlung von Krankheiten. Etwa ein Zehntel gesundheitsgefährdender Keime gilt inzwischen als resistent gegen die Medikamente. Um Bakterien und Keimen Herr zu werden, dringen Wissenschaftler immer tiefer ins Innenleben der Zellen vor - und haben jetzt eine wichtige Entdeckung gemacht.


Resistenzen gegen Antibiotika nehmen weltweit zu und sorgen immer wieder für Probleme bei der Behandlung von Krankheiten. Etwa ein Zehntel gesundheitsgefährdender Keime gilt inzwischen als resistent gegen die Medikamente. Um Bakterien und Keimen Herr zu werden, dringen Wissenschaftler immer tiefer ins Innenleben der Zellen vor - und haben jetzt eine wichtige Entdeckung gemacht.

Eine Forschergruppe der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) hat ein für die Antibiotikaresistenz relevantes Membranprotein aus E. coli-Bakterien isoliert und dessen molekulare Struktur analysiert. Mit Hilfe dieser Informationen ist nachvollziehbar, wie es dem Bakterium gelingt, dass ein Antibiotikum nicht wirkt: Durch Ausschleusen des Wirkstoffs. Die Arbeit erscheint in der renommierten Fachzeitschrift "Nature Communications".

"Wir gehen davon aus, dass der in dieser Arbeit aufgedeckte Mechanismus auch für viele andere Antibiotika gilt", erklärt Prof. Dr. Milton T. Stubbs, Direktor des Zentrums für Innovationskompetenz (ZIK) . Damit liefere man zugleich die Grundlage für eine spätere praktische Anwendung. "Denn nur wenn wir herausfinden, wie Resistenzen überhaupt entstehen, können wir Lösungen suchen, um sie zu verhindern."