Der Zahn-Tourismus boomt

Wenn Zähne in die Jahre kommen, haben Implantate, Brücken und Prothesen Hochkonjunktur. Doch das geht ins Geld. Deshalb gehen viele Deutsche zur Zahnbehandlung ins EU-Ausland.


Wenn Zähne in die Jahre kommen, haben Implantate, Brücken und Prothesen Hochkonjunktur. Doch das geht ins Geld. Wer nicht gerade Privat-Patient ist, kann bei drei oder vier Implantaten schnell mit Kosten von mehr als 10.000 Euro rechnen. Da sind knapp 400 Euro, die es in vielen Fällen als "Bonus" von der gesetztlichen Krankenkasse gibt, kein richtiges Trostpflaster.

Deshalb gehen viele Deutsche zur Zahnbehandlung ins EU-Ausland. Laut aktuellen Untersuchungen lassen sich dadurch bis zu 70 Prozent der Kosten einsparen, die in Deutschland für eine gleichwertige Behandlung bezahlt werden müsse. Vor allem Ungarn steht bei den Zahn-Reisenden ganz oben auf der Liste.

Doch es gibt auch dort erhebliche Preis- und Qualitätsunterschiede, warnen Experten. "Vorsicht besteht vor allem bei Lockangeboten, bei denen die Reise- und Behandlungskosten nicht transparent aufgeschlüsselt sind", sagt die Medizintourismus-Expertin Eszter Jopp, die seit über 20 Jahren Zahnreisen nach Ungarn vermittelt.

Besonders wichtig ist die Erstellung des Heil- und Kostenplans (HKP), so die Expertin. Dieser muss vor Beginn der Zahnbehandlung der Krankenkasse zur Genehmigung vorgelegt werden. Nur dann erhält der Patient seinen Festzuschuss. Denn egal ob gesetzlich oder privat, in Deutschland haben Krankenversicherte seit Januar 2004 das Recht auf eine zahnärztliche Behandlung im EU-Ausland. Hier gilt es darauf zu achten, dass der Zahnarzt erfahren bei der Erstellung des HKP ist und für eventuelle Rückfragen der Krankenkasse zur Verfügung steht.

Und noch etwas: Die Informationen der Zahnklinik oder Zahnarztpraxis sollten unbedingt auf Deutsch sein. Nur so ist sichergestellt, dass die behandelnden Ärzte erfahren im Umgang mit Patienten aus Deutschland sind. Außerdem sollten Patienten die fachliche Kompetenz der Ärzte überprüfen.