Lars Wallerang/mp1. März 2019, 11:55 UhrGESUNDHEIT
Nahrungsergänzungsmittel sollen den Körper fit machen. Viel hilft viel, meinen Manche. Doch weit gefehlt. Denn eine zu hohe Dosis kann schädlich sein.
Nahrungsergänzungsmittel sollen den Körper fit machen. Viel hilft viel, meinen Manche. Doch weit gefehlt. Denn eine zu hohe Dosis ist schädlich. Ein gesunder Mensch, der sich ausgewogen ernähre, habe keinen Vorteil, wenn er Nahrungsergänzungsmittel schlucke, betont Professor Peter Stehle, Ernährungswissenschaftler von der Universität Bonn, im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Zumal sie gesunde Speisen nicht ersetzen können. Diese enthalten eine Vielzahl anderer wichtiger Stoffe, die sich nicht in eine Pille pressen lassen.
Behauptungen, unsere Nahrungsmittel seien inhaltsärmer als früher, hält Stehle für reine Marketingstrategien. "Unsere Lebensmittel sind qualitativ so gut, so sicher und so wertvoll wie vielleicht noch nie." Überdosierungen von Vitalstoffen zeigen unterdessen fatale Folgen: Bei Selen zum Beispiel zeigte sich in Studien schon bei einer Zufuhr von 200 Mikrogramm täglich - so viel enthalten herkömmliche Tabletten - ein erhöhtes Risiko für Prostata- und Hautkrebs sowie für Typ-2-Diabetes.
Auch scheinbar harmlose Mineralien und Vitamine können es in sich haben: Kalzium kann bei älteren Menschen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. "Wer jeden Tag eine Flasche kalziumreiches Mineralwasser trinkt, kommt mit einer Tablette schon in den problematischen Bereich", sagt Professor Martin Smollich vom Institut für Ernährungsmedizin am Uniklinikum Schleswig-Holstein. Zugenommen haben dem Experten zufolge Berichte über Nierenversagen durch zu hohe Dosierungen von Vitamin D. In zu großen Mengen kann jeder Stoff zum Gift werden. Selbst mit Vitamin C könne man so unter Umständen Nierensteine erzeugen.