Wieder Schnee und überfrierender Regen: Behinderungen und Unfälle im Nordwesten

Eisbrecher in Berlin Bild: AFP

Wieder Schnee und überfrierender Regen: Behinderungen und Unfälle im Nordwesten

Erneute Schneefälle und überfrierender Regen haben vor allem im Westen und Nordwesten wieder zu Unfällen, Verkehrsbehinderungen und Schulausfällen geführt. In zahlreichen hessischen und niedersächsischen Landkreisen blieben die Schulen geschlossen.

Schneefälle und überfrierender Regen haben in Teilen Deutschlands erneut zu Unfällen und Verkehrsbehinderungen geführt. In zahlreichen Landkreisen in Hessen und Niedersachsen blieben am Mittwoch die Schulen geschlossen, ebenso in Bremen und Bremerhaven. Auf den Straßen kam es zu teils schweren Unfällen, die Deutsche Bahn meldete Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr, etwa zwischen Berlin und Hannover sowie zwischen Köln und Frankfurt am Main. In Berlin ging unterdessen der Streit um den Einsatz von Streusalz weiter.

Am Mittwochmorgen galten zunächst Unwetterwarnung des Wetterdiensts wegen Glatteises in Bremen und Niedersachsen, die später aber wieder aufgehoben wurden.In anderen Teilen Deutschlands schneite es in der Nacht außerdem, laut Wetterdienst vor allem im Norden und Nordosten. 

Die Polizei meldete zahlreiche Glätteunfälle - vor allem aus Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. In der Nähe der hessischen Stadt Fulda starb ein 51-jähriger Fahrer eines Kastenwagens nach der Kollision mit einem Lkw. Der Lastwagen war in einer Kurve auf einer Landstraße ins Rutschen gekommen. 

Auf der A31 in Niedersachsen verlor ein 21-Jähriger auf winterglatter Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug und kollidierte mit einem anderen Auto. Der 63-jährige Fahrer des anderen Pkw wurde bei dem Unfall lebensgefährlich verletzt, der 21-Jährige musste ebenfalls medizinisch versorgt werden. 

In der Nähe von Gifhorn in Niedersachsen kam eine Fahrschülerin von der glatten Fahrbahn ab und prallte frontal gegen einen Baum. Die 18-Jährige und der Fahrlehrer wurden leicht verletzt. Auf der A3 in Hessen fuhren sich nahe Wiesbaden mehrere Lastwagen fest, so dass der Verkehr für Stunden komplett zum Erliegen kam. Verletzt wurde hier niemand. 

Unterdessen entschied das Verwaltungsgericht Berlin am Mittwoch, dass trotz unzähliger vereister Straßen, Geh- und Radwege in der Hauptstadt doch kein Streusalz von Privatleuten eingesetzt werden darf. Eine erst vor wenigen Tagen erlassene Allgemeinverfügung des Senats, gegen die der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) geklagt hatte, entbehre einer rechtlichen Grundlage, hieß es vom Gericht. 

Die Entscheidung zeige, dass dringend eine Änderung des Straßenreinigungsgesetzes nötig sei, erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Er habe von Anfang an auf die rechtliche Unsicherheit der Allgemeinverfügung hingewiesen. Die oppositionelle AfD bezeichnete den Gerichtsbeschluss als "Ohrfeige" für Umweltsenatorin Ulrike Bonde (CDU). Die Grünen warfen dem Senat vor, sich nicht frühzeitig und systematisch vorbereitet zu haben. 

In der Nacht zu Donnerstag könnte sich die Glatteisgefahr laut Wetterdienst dann Richtung Osten verlagern. Vom Erzgebirge bis in die Niederlausitz und nach Südbrandenburg bestehe erhöhte Glatteisgefahr durch gefrierenden Regen, hieß es am Mittwoch. Diese könne sich auch auf weitere Teile Sachsens und Brandenburgs sowie auf Sachsen-Anhalt ausweiten.Â