Mehrjahresplan: Frankreich will Ausbau erneuerbarer Energien drosseln

Atomkraftwerk in Frankreich Bild: AFP

Mehrjahresplan: Frankreich will Ausbau erneuerbarer Energien drosseln

Frankreich will den Ausbau von Wind- und Solarkraft in den kommenden Jahren drosseln. Bis 2030 sollen nur noch 48 Gigawatt durch Solarkraft produziert werden, heißt es in einem auf zehn Jahre angelegten Energie-Plan.

Frankreich will den Ausbau von Wind- und Solarkraft in den kommenden Jahren drosseln. Bis 2030 sollen nur noch 48 Gigawatt durch Solarkraft produziert werden, heißt es in einem auf zehn Jahre angelegten Energie-Plan, den die Regierung am Donnerstag veröffentlicht hat. In einer früheren Fassung des seit drei Jahren debattierten Plans war noch von 54 Gigawatt die Rede gewesen. 

Windkraftanlagen auf dem Land sollen bis 2030 nur noch 31 statt wie bisher geplant 33 Gigawatt produzieren. Das Ziel für Windkraftanlagen vor der Küste bleibt hingegen unverändert.

Wie erwartet bekräftigt der Energieplan den von Präsident Emmanuel Macron 2022 angekündigten massiven Ausbau der Atomkraft. Deren Produktion soll von 320 Terawattstunden im Jahr 2023 auf 380 bis 420 Terawattstunden steigen. Dazu sollen zunächst sechs neue Atomreaktoren gebaut werden, mit einer Option auf acht zusätzliche Atomreaktoren. 

Der Energieplan verfolge das Ziel, "die Produktion dekarbonisierter Energie zu steigern und den Verbrauch fossiler Energie zu drosseln", betont die Regierung. Dazu setzt die Regierung unter anderem auf E-Autos, Wärmepumpen und elektrische Hochöfen. Der Anteil fossiler Energie am Gesamtverbrauch solle von 60 Prozent im Jahr 2023 auf 40 Prozent im Jahr 2030 schrumpfen. 

Über den Mehrjahresplan war seit drei Jahren intensiv verhandelt worden. Im Juni hatte die Nationalversammlung mit den Stimmen der Rechten und Rechtspopulisten überraschend einen vorläufigen Baustopp für neue Wind- und Solaranlagen verabschiedet - später wurde dies jedoch wieder gekippt. 

Der Atomkraftbetreiber hatte im Dezember angekündigt, dass der Bau der sechs geplanten Atomreaktoren um etwa 40 Prozent teurer würde als vorgesehen. EDF rechnet demnach mit Kosten in Höhe von knapp 73 Milliarden Euro. EDF und der Staat wollen sich bis Ende März auf einen gemeinsamen Kostenplan einigen. Wenn Brüssel grünes Licht gibt, soll die endgültige Investitionsentscheidung Ende 2026 fallen. 

Die Reaktoren vom Typ EPR2 sollen in bestehende Kraftwerke integriert werden. Der erste Reaktor soll in Penly am Ärmelkanal 2038 in Betrieb genommen werden. Frankreich verfügt derzeit über 57 Atomreaktoren, die knapp 70 Prozent des französischen Stroms erzeugen. 

Der vorherige Energieplan, der die Zeit von 2019 bis 2024 umfasste, sah ursprünglich vor, den Anteil der Atomkraft herunterzufahren. Dazu sollten 14 Reaktoren geschlossen werden.Â