Bahn: Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin deutlich in Verzug

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Bahn: Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin deutlich in Verzug

Die Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin verzögert sich deutlich - wahrscheinlich um mehrere Wochen. Grund sei das seit sechs Wochen anhaltende Winterwetter im Norden und Osten Deutschlands mit starkem Frost, teilte die DB mit.

Die Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin verzögert sich deutlich - wahrscheinlich um mehrere Wochen. Grund sei das seit sechs Wochen anhaltende Winterwetter im Norden und Osten Deutschlands mit starkem Frost, teilte die Deutsche Bahn (DB) am Montag mit. Die Strecke werde nicht wie geplant zum 30. April wieder in Betrieb genommen werden können. Konkretere Angaben kündigte die DB für den 13. März an. 

"Wir hoffen jeden Tag auf besseres Wetter", sagte der Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der Infrastrukturgesellschaft Infrago, Gerd-Dietrich Bolte. Gemeinsam mit den Baupartnern "setzen wir in den nächsten Wochen alles daran, den Rückstand so gut wie möglich aufzuholen". Auch deshalb wolle die DB bis Mitte März warten, um genauere Angaben zur Verzögerung machen zu können. 

Der Schienenersatzverkehr werde entsprechend verlängert, versicherte Bolte. Darauf könnten sich die Fahrgäste verlassen. 

Der Manager betonte, die Infrago habe "natürlich" einen Puffer für die kalte Jahreszeit in ihrem Zeitplan für die Generalsanierung eingebaut. "Zwei oder drei Wochen, damit wären wir klargekommen", sagte er. Doch nun habe es das Unternehmen "mit dem stärksten Wintereinbruch seit mehr als 15 Jahren zu tun". Die Winter der vergangenen Jahre seien milde gewesen; "wir sind dieses Jahr überrascht worden".

Seit Ende Dezember können so bestimmte Arbeiten technisch nicht erledigt werden, erklärte die DB. Die Kabelkanäle seien vereist und teils zugefroren, daher könnten zum Beispiel Kabel für die Signal- und Stellwerkstechnik nicht wie geplant verlegt werden. Auf einigen Abschnitten der Strecke reiche der Bodenfrost bis in eine Tiefe von 70 Zentimetern. Auch Arbeiten an der Oberleitung und die Montage von Weichenantrieben sowie Signalanlagen seien seit Wochen witterungsbedingt nicht möglich. 

Bolte versprach, das Personal auf der Baustelle "deutlich" zu verstärken, sobald die Temperaturen die nächsten Schritte zuließen. Gemeinsam mit den Baupartnern erarbeite die Infrago ein "Konzept" für die Inbetriebnahme. Bis dahin "brauchen wir ein paar Wochen Montageleistung draußen" und "ein besseres Gefühl" dafür, was aufzuholen möglich sei.

Wegen der Verzögerung auf der Strecke Hamburg-Berlin verschiebt sich die bisher ab dem 1. Mai geplante Generalsanierung der Strecke Hamburg-Hannover ebenfalls, wie die DB ankündigte. Weitere in diesem Jahr geplante Sanierungen seien nicht betroffen, sagte Bolte.

Zu den Kosten der Verzögerung konnte der Manager keine Angaben machen. "Das können wir heute definitiv nicht beantworten."Â