Ranger siedeln Riesenschildkröten wieder auf Galápagos-Insel Floreana an

Riesenschildkröte vor ihrer Freilassung auf Floreana Bild: AFP

Ranger siedeln Riesenschildkröten wieder auf Galápagos-Insel Floreana an

Mehr als hundert Jahre nach ihrer Ausrottung auf Floreana sind die Riesenschildkröten auf das zu den Galápagos-Inseln gehörende Eiland zurückgekehrt: Park-Ranger ließen dort 158 Exemplare frei.

Mehr als hundert Jahre nach ihrer Ausrottung auf Floreana sind die Riesenschildkröten auf die zum Galápagos-Archipel gehörende Insel zurückgekehrt. Park-Ranger trugen 158 Schildkröten in großen Kisten auf dem Rücken und wanderten sieben Kilometer weit durch unwegsames Gelände, bevor sie die Tiere schließlich in die Freiheit entließen, wie das ecuadorianische Umweltministerium am Freitag (Ortszeit) mitteilte. 

"Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrhundert ist Floreana wieder Heimat von Riesenschildkröten", erklärte das Ministerium. Die Tiere spielten eine große Rolle für das Ökosystem, indem sie Pflanzensamen verteilten und die Vegetation kurz hielten. Die auf Floreana heimische Riesenschildkröten-Art Chelonoidis niger niger war Mitte des 18. Jahrhunderts nach der Einführung invasiver Säugetiere ausgestorben.

Die für ihre einzigartige Tier- und Pflanzenwelt berühmten Galápagos-Inseln liegen rund 1000 Kilometer westlich der Küste von Ecuador am Äquator und gehören zum Unesco-Welterbe. Charles Darwin entwickelte bei einem Besuch der Inseln seine Evolutionstheorie.

Auf den übrigen Galápagos-Inseln leben 13 verschiedene Schildkrötenarten. Riesenschildkröten können bis zu mehr als 250 Kilogramm schwer und sehr alt werden. Den bisherigen erfassten Altersrekord stellte ein Exemplar mit 175 Jahren auf.

Die jetzt auf Floreana freigelassenen Tiere wurden dem Ministerium zufolge mit Schildkröten gezüchtet, die große Teile des Erbguts der ausgestorbenen Floreana-Art aufweisen und auf der rund 180 Kilometer entfernt gelegenen Insel Isabela leben. Jedes der 158 Exemplare verbrachte vor der Auswilderung Zeit in Quarantäne, zudem sind die Tiere zu ihrer Identifizierung mit Mikrochips versehen.

Floreana war die erste Insel des Galápagos-Archipels, die von Menschen besiedelt wurde. Forscher arbeiten seit Jahren an einem Programm, um auf der Insel beheimatete Arten wieder anzusiedeln.