Zudem bestätigte der an rund 4000 Menschen erprobte Test, dass Frauen und Männer sich in ihren Biorhythmen ein klein wenig unterscheiden und auch das Alter eine Rolle spielt.Â
Diesen individuellen Takt der inneren Uhr in Diagnostik und Therapie zu berücksichtigen, ist Ziel der sogenannten zirkadianen Medizin. Bisher wird in einem aufwändigen Verfahren das Dunkelhormon Melatonin im Speichel gemessen und zwar bei schwachem Licht über mehrere Stunden.
Der von einem Team um Kramer entwickelte, einfachere Test ermittelt den Takt der inneren Uhr anhand der Zellen von wenigen Haarwurzeln. In diesen Zellen bestimmen die Forschenden die Aktivität von 17 Genen, die zur molekularen Uhr gehören oder durch sie gesteuert werden. Daraus lässt sich dann berechnen, zu welchem Zeitpunkt im Tagesrhythmus sich ein Mensch befindet. Der Test soll nun für Standarduntersuchungen weiterentwickelt werden und könnte künftig auch für die Diagnose von Schlafstörungen genutzt werden.
Die Studie bestätigte auch, dass der Biorhythmus vom Alter abhängt und Menschen mit Mitte 20 im Mittel rund eine Stunde später müde werden als über 50-Jährige. Zudem läutete die innere Uhr bei den getesteten Frauen die Nacht im Schnitt etwas früher ein als bei Männern.