Nach Beben im Pazifik: Behörden in Japan warnen vor Mega-Erdstoß

Live-Berichterstattung im japanischen Fernsehen Bild: AFP

Nach Beben im Pazifik: Behörden in Japan warnen vor Mega-Erdstoß

Angst vor einem Mega-Beben in Japan: Nach einem Seebeben der Stärke 7,7 im Pazifik haben die Behörden eine offizielle Warnung vor einem noch heftigeren Erdstoß herausgegeben.

Angst vor einem Mega-Beben in Japan: Nach einem Seebeben der Stärke 7,7 im Pazifik haben die Behörden eine offizielle Warnung vor einem noch heftigeren Erdstoß herausgegeben. "Die Wahrscheinlichkeit eines neuen, gewaltigen Erdbebens ist höher als gewöhnlich", erklärte der japanische Wetterdienst am Montag. Zuvor hatte sich vor der Nordküste des Landes ein schweres Beben ereignet, das einen Mini-Tsunami auslöste und bis in die hunderte Kilometer entfernte Hauptstadt Tokio zu spüren war.

Das befürchtete neue Beben könnte eine Stärke von 8,0 und mehr haben, erklärte der Wetterdienst. Die Behörde betonte zugleich, dass sie mit ihrer Mitteilung lediglich auf ein erhöhtes Risiko für ein Mega-Beben aufmerksam machen wolle - es handele sich nicht um eine konkrete Vorhersage.

Stunden zuvor hatte es nördlich der Präfektur Iwate im Pazifik ein schweres Seebeben gegeben. Ein dadurch verursachter Mini-Tsunami löste Wellen von bis zu 80 Zentimeter Höhe aus. In der betroffenen Region wurde nach Angaben der Rettungskräfte zeitweise mehr als 180.000 Menschen die Evakuierung empfohlen. Selbst in Hochhäusern im mehrere hundert Kilometer entfernten Tokio war das Beben zu spüren.  

Der Wetterdienst gab unmittelbar nach dem Beben vor Iwate eine Tsunami-Warnung aus und rief die Bewohner der Küstenregion auf, sichere Orte aufzusuchen. "Evakuieren Sie Küsten- und Flussgebiete unverzüglich und begeben Sie sich an einen sichereren Ort, beispielsweise auf höher gelegenes Gelände oder in ein Evakuierungszentrum", hieß es in einer Warnung, für die das Fernsehen sein Programm unterbrach.

In der betroffenen Region könnten bis zu drei Meter hohe Wellen ans Ufer krachen, warnte die Behörde zunächst, gab wenig später aber Entwarnung. Laut Wetterdienst wurden rund 40 Minuten nach dem Beben niedrigere Tsunami-Wellen registriert, die schwerste traf demnach den Hafen der Stadt Kuji mit einer Höhe von 80 Zentimetern. Berichte über Schäden gab es zunächst nicht.

Japan liegt in einer der tektonisch aktivsten Regionen der Welt. Der Inselstaat mit 125 Millionen Einwohnern wird jedes Jahr von etwa 1500 Erdbeben erschüttert.

In dem Land ist die Erinnerung an das schwere Seebeben der Stärke 9,0 allgegenwärtig, bei dem im März 2011 etwa 18.500 Menschen ums Leben kamen. Das am Meer gelegene Atomkraftwerk Fukushima war damals von einem fast 15 Meter hohen Tsunami getroffen worden, wodurch es in drei der sechs Reaktoren zur Kernschmelze kam. Es war das schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986.