In Japan wird zu Bären-Abwehrspray geraten Bild: AFP
Schutz vor Bären-Angriffen: Japan installiert hunderte Überwachungskameras
AFP2. Juli 2026, 14:54 UhrUMWELT
Wegen der zunehmenden Gefahr durch Bären werden in Japan mehr als 800 Überwachungskameras installiert. Wie das Umweltministerium mitteilte, sollen zuerst sechs große Bären-Populationen in den Bergen der nördlichen Region Tohoku überwacht werden.
Wegen der zunehmenden Gefahr durch Bären werden in Japan mehr als 800 Überwachungskameras installiert. Wie das Umweltministerium am Donnerstag mitteilte, sollen zuerst sechs große Bären-Populationen in den Bergen der nördlichen Region Tohoku überwacht werden. In den kommenden vier Jahren soll das Bären-Monitoring dann auf das ganze Land ausgeweitet werden.
In Japan kommen in letzter Zeit immer öfter Bären in besiedeltes Gebiet, in der Folge haben die tödlichen Bärenangriffe zugenommen. Seit dem 1. April gab es nach offiziellen Angaben mindestens fünf Todesfälle durch Bärenattacken, alle in Tohoku. Die japanischen Medien berichten täglich über Bärensichtungen in Einkaufszentren, Parks und an Schulen. Vor allem in Tohoku leben die Menschen daher in ständiger Angst.
Um wirksame Schutzmaßnahmen zu entwickeln, sollen die Bären nun zunächst besser überwacht werden. Bisher hätten die einzelnen Regionen dies "zu unterschiedlichen Zeiten und mit unterschiedlichen Methoden" gemacht, sagte der Beamte Yu Takahashi vom Umweltministerium. "Unser Plan ist es, eine genauere Erhebung vorzunehmen, indem wir uns auf bestimmte Populationen konzentrieren."
Um die Bären in die Kamerafallen zu locken, werden Gefäße mit Honig und Wein daran befestigt. Wenn sich die Bären zum Schnuppern auf die Hinterbeine stellen, sollen sie anhand der weißen Fellfärbung auf der Brust, die bei jedem Kragenbär einzigartig ist, identifiziert werden.
In Japan leben zwei Bärenarten: der Asiatische Schwarzbär oder Kragenbär sowie der größere Braunbär. Fachleute führen die Zunahme der Angriffe auf Menschen auf die schnell wachsende Bärenpopulation und die zunehmende Entvölkerung ländlicher Gebiete in Japan zurück. Im vergangenen Jahr hatte es in Japans Wäldern zudem wenige Eicheln gegeben, so dass die Bären sich anderswo auf Nahrungssuche machten.
Die Behörden raten in den betroffenen Regionen unter anderem dazu, nicht allein in die Berge zu gehen, beim Wandern ein Glöckchen am Rucksack zu befestigen und Bären-Abwehrspray mitzunehmen. Die Stadt Hachioji außerhalb von Tokio hat sogar 700 Abwehrsprays für Schulen und andere Einrichtungen angeschafft.