Anscheinend doch keine Impf-Folge: US-Mutter wegen Todes ihrer Zwillinge in US-Haft
AFP15. Juli 2026, 12:16 UhrGESUNDHEIT
Sie stellte den Tod ihrer 18 Monate alten Zwillinge als Impffolge dar, doch nun soll sich eine Mutter in den USA wegen Erstickens ihrer Kinder verantworten. Wegen des Verdachts wurde die 23-jährige Andrea S. in Untersuchungshaft genommen.
Sie stellte den Tod ihrer 18 Monate alten Zwillinge als Impffolge dar, doch nun soll sich eine Mutter in den USA wegen Erstickens ihrer Kinder verantworten. Wegen des Verdachts wurde die 23-jährige Andrea S. am Dienstag (Ortszeit) in Untersuchungshaft genommen. Sie hatte sich an einer Klage der impfkritischen Organisation Children's Health Defense gegen die Impfempfehlungen des größten US-Kinderärzteverbands American Academy of Pediatrics beteiligt.
Der Festnahme von S. seien "langwierige und gründliche Ermittlungen" vorausgegangen, erklärte die Polizei von Payette im US-Bundesstaat Idaho. Ihr Anwalt Joseph Filicetti wies die Vorwürfe am Dienstag vor Gericht zurück. S. sei eine "fürsorgliche, liebende Mutter", zitierte die Zeitung "Idaho Statesman" den Verteidiger. "Sie ist nicht das, was der Staat aus ihr machen will."
S. hatte ausgesagt, ihre Zwillinge seien acht Tage nach einer Impfung gegen Krankheiten wie die Grippe, Hepatitis A und Tetanus infolge von Atemnot gestorben. Sie habe die beiden Kleinkinder im Mai 2025 leblos in ihren Bettchen gefunden.
Die Aussage der jungen Mutter spielte eine zentrale Rolle bei der Klage der Organisation Children's Health Defense, die von dem Impfkritiker Robert Kennedy Jr. gegründet und geleitet wurde, bevor er von US-Präsident Donald Trump zum Gesundheitsminister berufen wurde.
S. hatte beantragt, ihre Kaution in Höhe von zwei Millionen Dollar (1,75 Millionen Euro) zu verringern, damit sie mit ihrer Tochter zusammen sein könne, die sie zwei Tage vor ihrer Festnahme zur Welt gebracht hatte. Richterin Kiley Stuchlik erklärte jedoch, sie sei angesichts der Vorwürfe gegen S. besorgt. Sie strich die Möglichkeit einer Freilassung auf Kaution und ordnete Untersuchungshaft für S. an. Bei einer Verurteilung droht ihr die Todesstrafe.
Gesundheitsexperten bekräftigten anlässlich des Falls in den vergangenen Tagen, dass Impfungen bei Kindern kein Erstickungsrisiko mit sich brächten. Außerdem merkten sie an, dass es unwahrscheinlich sei, dass die zweieiigen, also genetisch nicht identischen Zwillinge von S. zeitgleich an einer Immunreaktion gestorben seien.
Children's Health Defense gab auf Anfrage keine Stellungnahme zu dem Fall ab. Auch US-Gesundheitsminister Kennedy äußerte sich nicht dazu. Er hat eine umstrittene Reform in die Wege geleitet. Sollte sie umgesetzt werden, werden sieben bislang für alle Kinder empfohlene Impfungen nur noch in Sonderfällen verabreicht. Im März setzte ein Gericht die von vielen Fachleuten kritisierten neuen Impf-Regeln bis auf Weiteres aus.
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