21 Verletzte und Gebäudeschäden nach Erdbeben bei Neapel

Schutt nach dem Erdbeben in Pozzuoli Bild: AFP

21 Verletzte und Gebäudeschäden nach Erdbeben bei Neapel

Bei einem Erdbeben der Stärke 4,7 in der Vulkanregion der Phlegräischen Felder nahe Neapel sind 21 Menschen verletzt worden, zwei von ihnen schwer. Zudem stürzten mehrere unbewohnte Gebäude ein, wie die Behörden mitteilten.

Bei einem Erdbeben in der Vulkanregion der Phlegräischen Felder nahe Neapel sind 21 Menschen verletzt worden, zwei von ihnen schwer. Zudem stürzten mehrere unbewohnte Gebäude ein, wie die Behörden am Samstag mitteilten. Erdrutsche und herabfallende Gebäudeteile richteten weitere Schäden an.

Das Beben der Stärke 4,7 hatte die Region am Freitag um 19.46 Uhr MESZ erschüttert. Sein Zentrum lag nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) zwischen Pozzuoli und Quarto westlich der süditalienischen Metropole Neapel in einer Tiefe von drei Kilometern.

In der Nacht zum Samstag folgten Dutzende schwächere Nachbeben. Das stärkste davon erreichte nach Angaben des INGV eine Stärke von 3,1 und ereignete sich um 05.47 Uhr.

Die italienische Zivilschutzbehörde meldete 21 Verletzte. Zwei von ihnen mussten mit höchster Dringlichkeit in der Notaufnahme behandelt werden. 

Am schwersten betroffen war das westlich von Neapel gelegene Pozzuoli. In der Hafenstadt brach nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa ein Teil der Mauer eines kleineren Gebäudes zusammen. Große Gesteinsbrocken stürzten auf mehrere darunter abgestellte Autos und hüllten die Straße in eine weiße Staubwolke. Die Hafenbehörde sperrte zudem die Mole von Pozzuoli.

In der Region der Phlegräischen Felder kam es nach Angaben Musumecis außerdem zu kleineren Erdrutschen und Felsstürzen. In Neapel und Pozzuoli wurden Anlaufstellen für Menschen eingerichtet, die Unterstützung benötigten.

In der an Pozzuoli angrenzenden Gemeinde Bacoli wurden Felsabbrüche sowie herabfallender Fassadenputz gemeldet. Bürgermeister Josi Gerardo Della Ragione erklärte jedoch, aus Kontrollen habe sich nicht ergeben, dass Häuser unbewohnbar sind. In Bacoli sei niemand verletzt oder aus seiner Wohnung gebracht worden.

Die Feuerwehr setzte am Samstag ihre Überprüfung von Gebäuden fort. Einsatzkräfte stellten Risse sowie herabgefallene Steine und Putzteile fest. Einige Familien verließen ihre Wohnungen vorsorglich. In Pozzuoli wurde ein älterer Mensch in Sicherheit gebracht.

In Neapel war nach dem Beben außerdem ein Hochspannungsmast eingestürzt. Für betroffene Gebiete wurde eine Ersatzversorgung eingerichtet, dennoch kam es zeitweise zu Stromausfällen.

Die Phlegräischen Felder liegen nur wenige Kilometer von Neapel entfernt und bilden Europas größten Vulkankrater. Der etwa 15 mal zwölf Kilometer große Supervulkan wird wegen der häufigen Erdbeben seit Jahren genau überwacht. Bereits im Mai hatte ein Beben der Stärke 4,4 die dicht besiedelte Region erschüttert.