Bild der Segelyacht von der neuseeländischen Armee Bild: AFP
Begegnung mit Pottwalen: Segler kämpfen im Pazifik stundenlang ums Überleben
AFP1. Oktober 2026, 13:04 UhrBRENNPUNKTE
Mitten im Südpazifik hat ein Pottwal den Rumpf eines Segelschiffs aufgerissen und damit vier Segler in einen Kampf ums Überleben gestürzt. Nach etwa 18 Stunden in höchster Not wurden sie von einem Containerschiff gerettet.
Mitten im Südpazifik hat ein Pottwal den Rumpf eines Segelschiffs aufgerissen und damit vier Segler in einen stundenlangen Überlebenskampf gestürzt. Die Besatzungsmitglieder der 16-Meter-Yacht "Tam Tam" schilderten der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag, dass sie vergangenes Wochenende 250 Kilometer nördlich der winzigen Norfolkinsel einer Gruppe Pottwale begegnet seien. Dann habe es einen "lauten Schlag" getan und das ganze Boot sei seitwärts geschoben worden, erzählte die Australierin Jemma Cooper.
Sie wurde wegen der Wucht des Schlags vom Steuerrad fortgeschleudert. Zunächst habe sie nicht gewusst, was los ist, sagte Cooper. "Wir schauten auf unsere Backbord-Seite und da waren sechs bis acht, eine Gruppe Wale. Und damit wurde klar, was das gewesen war."
Coopers Ehemann Jeremy hatte unter Deck geschlafen, als sich der Wal-Angriff ereignete. "Es war ziemlich direkt klar, dass es sehr ernst war", schilderte er die Lage. "Auf der Steuerbord-Seite war die gesamte Steuer-Ausrüstung zertrümmert und es lief eine Menge Wasser hinein."
Das Besatzungsmitglied Martin Jaffre sagte AFP, der Wal habe mehrere Dellen an der Segelyacht verursacht und einen Riss in der Glasfaserstruktur. "Wir konnten das Boot nicht mehr steuern und ein Boot ohne Steuer wird schnell zu einem Problem", sagte der Franzose.
Eine halbe Stunde nach der Kollision mit dem Wal setzte die Besatzung gegen 13.00 Uhr neuseuländischer Zeit einen Notruf ab. In den nächsten Stunden sei die Besatzung dann damit beschäftigt gewesen, so viel Wasser wie möglich aus dem Boot zu schöpfen. Die neuseeländischen Streitkräfte schickten derweil eine Patrouillenmaschine der Luftwaffe, die eine Funkkommunikation mit der Besatzung einrichtete und die Rettungsaktion koordinierte.
Nach stundenlangem Kampf gab die Besatzung die Yacht spät am Abend verloren und rettete sich bei ruhiger See im Vollmond auf ein Rettungsboot. Am frühen Morgen kappte sie auch noch die Leine zur Segelyacht, damit die "Tam Tam" sie beim Sinken nicht mit in die Tiefe reißt. Tatsächlich verschwand das Segelboot kurz darauf im Meer.
Gegen 06.00 Uhr morgens, also rund 18 Stunden nach der gefährlichen Begegnung mit den Pottwalen, wurde die Besatzung von dem Containerschiff "MV Sofrana Surville" gerettet. Und auch die Rettungsaktion war angsteinflößend, erzählte Jeremy Cooper. Schließlich habe sich ihrem winzigen Rettungsboot ein 143 Meter langer Frachter genähert.
Doch innerhalb einer halben Stunden schafften es die vier Segler, über eine Treppe an Bord des riesigen Schiffs zu gehen. Dort ließ sich der Kapitän von ihrem Abenteuer berichten und ihnen einen heißen Kaffee bringen. "Es war wundervoll, wundervoll und einfach ein schreckliches, schreckliches Ende" dieses Segelurlaubs, sagte Jeremy Cooper. Zum Glück sei niemand bei diesem Abenteuer ums Leben gekommen.