Hohe Dieselpreise: US-Regierung macht Druck auf Europäer

Anlagen der Ölindustrie im Bundesstaat Texas Bild: AFP

Hohe Dieselpreise: US-Regierung macht Druck auf Europäer

Um die hohen Dieselpreise zu senken, machen die USA Druck auf die Europäer. Ein US-Regierungsmitarbeiter sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP in Washington, es sei 'im Interesse Europas, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten'.

Um die hohen Dieselpreise zu senken, machen die USA Druck auf die Europäer. Ein US-Regierungsmitarbeiter sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP in Washington, es sei "im Interesse Europas, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten". Medienberichten zufolge will die Regierung von Präsident Donald Trump erreichen, dass EU-Staaten wie Deutschland und Frankreich ihre Dieselreserven freigeben.

"Wir prüfen mehrere Möglichkeiten, um das Angebot an raffinierten Produkten zu erhöhen und die Kosten für die Verbraucher zu senken", sagte der US-Mitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden wollte. Energieminister Chris Wright hatte am Mittwoch im Weißen Haus gesagt, die "europäischen Freunde" würden schon bald mehr Diesel auf den Markt bringen.

Druckmittel ist offenbar ein möglicher Exportstopp für US-Diesel, für den Trump sich zuvor ausgesprochen hatte. Damit will er rund einen Monat vor den Kongresswahlen die heimischen Preise senken. "Ich denke darüber nach", sagte der Präsident am Donnerstag vor Journalisten im Weißen Haus.

EU-Handelskommissar Maros Sefcovic warnte die Trump-Regierung dagegen vor einem solchen Exportembargo. "Es hätte dramatische Folgen für unsere Wirtschaftsleistung", sagte Sefcovic am Rande eines G20-Treffens in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin. Eigentlich hätten die EU und die USA "beschlossen, im engen Kontakt zu bleiben, um solche Überraschungen zu vermeiden". Nach Brüsseler Angaben kommt rund die Hälfte der europäischen Dieselimporte aus den USA - ein Exportstopp würde die Preise auch in Deutschland weiter in die Höhe treiben.

In den USA wird Diesel überwiegend in Nutzfahrzeugen wie Traktoren oder Lastwagen eingesetzt. Viele Landwirte, die zuletzt Trump gewählt hatten, sind frustriert. Die US-Ölindustrie, die dem Präsidenten ebenfalls nahesteht, lehnt einen Exportstopp hingegen ab.

Durch den von Trump mitausgelösten Iran-Krieg sind die Treibstoffpreise weltweit deutlich gestiegen. Der Iran blockiert die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus.