Anklage in Duisburg: Lehrerin mutmaßlich jahrelang zu Unrecht krankgeschrieben

Darstellung der Justitia Bild: AFP

Anklage in Duisburg: Lehrerin mutmaßlich jahrelang zu Unrecht krankgeschrieben

Wegen mutmaßlich vorgetäuschter jahrelanger Krankschreibung bei vollen Bezügen ist eine Lehrerin in Nordrhein-Westfalen angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft Duisburg wirft der Frau nach eigenen Angaben besonders schweren Betrug in elf Fällen vor.

Wegen mutmaßlich vorgetäuschter jahrelanger Krankschreibung bei vollen Bezügen ist eine Lehrerin in Nordrhein-Westfalen angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft Duisburg wirft der Frau nach Angaben vom Dienstag besonders schweren Betrug in elf Fällen vor. Demnach soll sie über Jahre hinweg Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen vorgelegt haben, obwohl sie dienstfähig war. Auf diese Weise soll sie zu Unrecht mehr als 248.000 Euro an Bezügen erhalten haben.

Das Landgericht Duisburg muss die Anklage prüfen und über die Prozesseröffnung entscheiden. Die Beschuldigte soll bereits seit 2009 nicht mehr unterrichtet haben. Die Anklage betrifft laut Staatsanwaltschaft einen vierjährigen Zeitraum zwischen März 2021 und März 2025, in dem die an einem Berufskolleg in Wesel beschäftigte Frau insgesamt zehn Arbeitsfähigkeitsbescheinigungen vorlegte. Diese sollen sie zu Unrecht als dienstunfähig ausgewiesen haben, weshalb sie weiter Sold erhielt. 

Der Staatsanwaltschaft zufolge blieb die Frau jedoch unentschuldigt der Arbeit fern und wollte durch die falschen Bescheinigungen dafür sorgen, dass sie trotzdem weiter bezahlt wird. Sie sei entgegen der vorgelegten Dokumente gesundheitlich in der Lage gewesen, ihre Dienstpflicht zu erfüllen.

Die Anklage geht davon aus, dass die Beschuldigte dabei gewerbsmäßig handelte. Konkrete Hinweise darauf, dass die Lehrerin im Tatzeitraum einem anderen Beruf nachging, fanden sich demnach nicht. Der Zeitraum vor 2021 gilt demnach als verjährt.

Strafrechtliche Ermittlungen gegen die Pädagogin waren bereits vor Monaten bekanntgeworden, im März rückten Beamte zu einer Durchsuchung bei der Beschuldigten an. Zu diesem Zeitpunkt lief gegen sie bereits ein beamtenrechtliches Disziplinarverfahren der Bezirksregierung in Düsseldorf. Zunächst ging die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben dem Verdacht nach, dass die Frau parallel als Heilpraktikerin arbeitete.

Wie die Behörde am Dienstag mitteilte, fielen die nun angeklagten Taten in einen "nicht rechtsverjährten Zeitraum". Früheren Medienberichten zufolge sollte die Lehrerin insgesamt sogar noch deutlich länger krankgeschrieben gewesen sein, die Rede war dabei von 16 Jahren.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft äußerte sie sich bisher nicht zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen. Im Fall einer Verurteilung droht ihr demnach eine Gefängnisstrafe zwischen sechs und zehn Jahren.

Angeklagt wurde sie zusätzlich wegen Urkundenfälschung in zwei Fällen. Laut Staatsanwaltschaft soll sie zwei angebliche ärztliche Tauchfähigkeitsbescheinigungen vorgelegt haben, die sie tatsächlich selbst erstellte. Sie ist demnach aktive Tauchsportlerin.