Hyperaktivität, Konzentrationsschwäche, fehlende Selbstbeherrschung - die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird von Symptomen flankiert, die vermeintlich die Leistungsfähigkeit mindern. Dabei haben sie auch eine ganz andere Seite: Nach einer neuen Studie fördern sie nämlich wichtige unternehmerische Eigenschaften.
Hyperaktivität, Konzentrationsschwäche, fehlende Selbstbeherrschung - die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird von Symptomen flankiert, die vermeintlich die Leistungsfähigkeit mindern. Dabei haben sie auch eine ganz andere Seite: Nach einer neuen Studie fördern sie nämlich wichtige unternehmerische Eigenschaften.
Schon lange werden besonders erfolgreiche Unternehmer oft mit ADHS in Verbindung gebracht. "Irgendwann fiel uns auf: Einige Symptome der Störung ähneln den Verhaltensweisen, die man gemeinhin als unternehmerisch bezeichnet - und zwar im positiven Sinn", so Prof. Holger Patzelt vom Lehrstuhl für Entrepreneurship der Technischen Universität München (TUM).
Dieser Idee ging ein internationales Team von Ökonomen nach. Ergebnis: Unternehmer mit ADHS zeichnen sich durch die Bereitschaft, Neues auszuprobieren, Leidenschaft und Beharrlichkeit aus. Menschen mit ADHS werden schnell ungeduldig. Langeweile in ihrem früheren Job nannten mehrere für die Studie Befragte als Grund, sich selbstständig zu machen. In Situationen, die andere Menschen ins Schwitzen bringen, blühen viele der Befragten auf.
"ADHS war ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung, sich selbstständig zu machen, und hat die Ausprägung wichtiger unternehmerischer Eigenschaften beeinflusst: Risikofreude, Leidenschaft, Beharrlichkeit und die Bereitschaft, viel Zeit zu investieren", fasst Patzelt die Studienergebnisse zusammen. "Eine besondere Rolle spielt die Impulsivität. Für Menschen mit ADHS fühlt sich intuitives Handeln richtig an, selbst wenn das Ergebnis schlecht sein sollte."