Eine leichte Unterfunktion der Schilddrüse ist im Alter recht verbreitet. Etwa eine von zehn älteren Personen ist davon betroffen. Die Standard-Therapie sind Tabletten, die das Schilddrüsen-Hormon ersetzen. Die bisher größte Studie zum Thema stellt diese Praxis nun aber in Frage.
Eine leichte Unterfunktion der Schilddrüse ist im Alter recht verbreitet. Etwa eine von zehn älteren Personen ist davon betroffen. Die Standard-Therapie sind Tabletten, die das Schilddrüsen-Hormon ersetzen. Die bisher größte Studie zum Thema stellt diese Praxis nun aber in Frage. Denn die auf fünf Jahre angelegte EU-Studie "TRUST" zeigt, dass diese Behandlung den Patienten keinen offensichtlichen Nutzen bringt und demzufolge die bisherigen Behandlungsrichtlinien revidiert werden müssen. Ein Forscherteam aus europäischen Universitäten hatte für die Studie 737 ältere Personen mit leichter Unterfunktion der Schilddrüse begleitet um herauszufinden, ob das häufig verwendete Medikament Levothyroxin einen klinischen Nutzen bringt.
Eine Unterfunktion der Schilddrüse wird mit Müdigkeit, Herzerkrankungen, Muskelschwäche, verlangsamtem Denkvermögen, Bluthochdruck und Übergewicht in Verbindung gebracht. Bei der Studie zeigte sich, dass die Levothyroxin-Tabletten zwar die normale Schilddrüsen-Funktion wiederherstellen, die Symptome aber nicht verbessern. Deshalb kommt das Studienteam zum Schluss, dass es keine stichhaltigen Beweise gibt für einen Nutzen der Levothyroxin-Therapie bei älteren Menschen mit leichter Unterfunktion der Schilddrüse gibt und das Medikament daher für diese Situation nicht mehr verschrieben werden sollte.