Rudolf Huber/mp13. April 2017, 17:18 UhrGESUNDHEIT
Ein Mythos, der sich zäh hält: Zu viel männliche Hormone bedeuten oft sehr frühzeitigen Haarausfall, heißt es seit Jahrzehnten. Jetzt ist diese Schlussfolgerung endgültig reif für den Müll. Denn Wissenschaftler der Universitätsmedizin Greifswald haben die Zusammenhänge systematisch untersucht und die Mär von der Testosteron-Glatze eindeutig widerlegt.
Ein Mythos, der sich zäh hält: Zu viel männliche Hormone bedeuten oft sehr frühzeitigen Haarausfall, heißt es seit Jahrzehnten. Jetzt ist diese Schlussfolgerung endgültig reif für den Müll. Denn Wissenschaftler der Universitätsmedizin Greifswald haben die Zusammenhänge systematisch untersucht und die Mär von der Testosteron-Glatze eindeutig widerlegt.
Die Auswertung der Daten von 373 männlichen Teilnehmern der Bevölkerungsstudie "SHIP-TREND" ergab keinen Zusammenhang zwischen Sexualhormonen wie Testosteron, Androstendion oder DHEAS und Haarausfall. Nachdem also weder Haardichte noch Haarwachstum in einem direkten Zusammenhang mit Testosteron stehen, werden jetzt alternative Erklärungsansätze diskutiert. Neben genetischen Faktoren steht sowohl das Hormon DHT, ein Folgeprodukt von Testosteron, als auch das Gewebshormon Prostaglandin D2 unter Verdacht, männliche Haare dünner werden zu lassen. "Weil die wirkliche Ursache noch nicht abschließend geklärt ist, existieren zur Therapie des männlichen Haarausfalls bisher nur wenige Wirkstoffe, mit zum Teil erheblichen Nebenwirkungen", so die Greifswalder Wissenschaftler. In diese Richtung werde künftig noch intensiv geforscht.