Steve Schmit/mp19. April 2017, 16:30 UhrGESUNDHEIT
Wer rastet, der rostet. So ergeht es auch Menschen im Alter, die ihre grauen Zellen vernachlässigen. Hirnforscher wollen jetzt dem Alterungsprozess mit einer Hirnstimulation entgegenwirken.
Wer rastet, der rostet. So ergeht es auch Menschen im Alter, die ihre grauen Zellen vernachlässigen. Hirnforscher wollen jetzt dem Alterungsprozess mit einer Hirnstimulation entgegenwirken. Zusammen mit gezielten kognitiven und motorischen Übungen wollen die Forscher hinter dem "Train-Stim"-Projekt so Gedächtnisfunktionen, Bewegungsabläufe oder das Sprachverstehen von älteren Menschen verbessern. Hauptkoordinator ist Agnes Flöel von der Berliner Charité.
Das Hauptwerkzeug ist die transkranielle Hirnstimulation, bei der mit Hilfe magnetischer oder elektrischer Felder gezielt Gehirnareale stimuliert werden. So wird die jeweilige Hirn-Aktivität verstärkt oder gehemmt. Michael Nitsche von der TU Dortmund hat bei Untersuchungen festgestellt, dass ältere Probanden ab 60 Jahren bei Lernübungen (Vokabeln) eine merklich bessere Leistung erbrachten, wenn sie durch die Hirnstimulation gestützt wurden.
"Wir wissen, dass sich das Gehirn auch im Alter noch an neue Anforderungen anpassen kann. Diese Plastizität ist Grundlage für alle Lernprozesse. Die Vorgänge im Gehirn müssen wir aber noch besser verstehen", sagt Neurologe Nitsche. Weitere Tests sollen dabei helfen, diese Plastizitätsänderungen im Gehirn zu ergründen, um daraus effektive Therapiemaßnahmen zu entwickeln.