Für die Forschung schlägt ein virtuelles Herz

Im großangelegten Forschungsprojekt 'Living Heart Project' arbeiten Forscher an einem virtuellen Herzmodell. Daran sollen sich Medikamente erproben lassen, und auch die Anzahl der Tierversuche soll so verringert werden.


Im großangelegten Forschungsprojekt "Living Heart Project" arbeiten Forscher an einem virtuellen Herzmodell. Daran sollen sich Medikamente erproben lassen, und auch die Anzahl der Tierversuche soll so verringert werden.

"Zum einen lassen sich Ergebnisse aus Tierversuchen schwer auf den Menschen übertragen. Zum anderen sind die menschlichen Probandengruppen verhältnismäßig klein. Was bei der Testgruppe eine bestimmte Reaktion auslöst, kann bei anderen Patienten völlig anders wirken", sagt Philipp Kügler vom Institut für Angewandte Mathematik und Statistik der Universität Hohenheim.

Forscher aus aller Welt ziehen jetzt an einem Strang, um ein möglichst präzises Modell des menschlichen Herzens zu simulieren. Die Daten dafür stammen unter anderem von Herzmuskelzellen aus humanen Stammzellen, die gezielt gezüchtet werden, um damit verschiedene Wirkstoffe zu testen.

"Simulationen können einen realen Test nicht ersetzen. Aber sie können die Risiken mindern und den Testprozess verkürzen", ergänzt Kügler. Dennoch können Medikamententests durch ein zuverlässiges Modell schneller, sicherer und günstiger gemacht werden.