Harn-Inkontinenz ist keine seltene Beschwerde, dafür aber umso belastender für die Betroffenen. Dank moderner Behandlungsmethoden können viele Patienten erfolgreich behandelt werden.
Harn-Inkontinenz ist keine seltene Beschwerde, dafür aber umso belastender für die Betroffenen. Dank moderner Behandlungsmethoden können viele Patienten erfolgreich behandelt werden.
Beim 69. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) in Dresden präsentieren Fachärzte die aktuellsten Errungenschaften der Medizin. Durch die Fortschritte können ehemals aufwändige Operationen durch minimalinvasive Eingriffe ersetzt werden. Ein solches Beispiel ist der Einsatz von suburethralen Bändern.
"Die synthetischen Bänder, die mit Hilfe eines kleinen Schnittes beziehungsweise Einstichs in den Beckenboden eingesetzt werden, ersetzen die erschlafften Halte- und Stützbänder des Beckenbodens und stellen so die verloren gegangene Elastizität und Spannkraft wieder her", erklärt der Experte Dr. Alfons Gunnemann. "Nicht nur, dass der Eingriff für Patientinnen und Patienten deutlich schonender ist. Ein Vorteil ist auch die gute Haltbarkeit der Bänder. Richtig eingesetzt, können sie viele Jahre im Körper ihre stützende und straffende Funktion behalten."
Für Männer, die mit einer schwerwiegenderen Inkontinenz leben, kann auch ein künstlicher Blasenschließmuskel in Frage kommen. "Hierbei kann der Mann mit Hilfe einer in den Hodensack eingebrachten Pumpe eine um die Harnröhre gelegte Manschette öffnen und schließen und so den Harnabfluss kontrollieren", sagt Dr. Gunnemann. "Regelmäßige Kontrollen sind allerdings Pflicht. Das gilt auch für die suburethralen Bänder."