Medikamente: Der lange Weg zur Zulassung

Wir gehen zum Arzt oder in die Apotheke und lassen uns das passende Medikament gegen alle Wehwehchen verschreiben. Dabei wissen vermutlich die wenigsten, was hinter der Medizin steckt und welch ein langer Weg es bis zur Marktzulassung ist.


Wir gehen zum Arzt oder in die Apotheke und lassen uns das passende Medikament gegen alle Wehwehchen verschreiben. Dabei wissen vermutlich die wenigsten, was hinter der Medizin steckt und welch ein langer Weg es bis zur Marktzulassung ist.

Die Entwicklung eines neuen Medikaments beginnt in der Regel erst einmal mit der Suche nach einer Substanz, die viele ideale Eigenschaften aufweisen muss, um als Wirkstoff geeignet zu sein. Auf jeden dieser Wirkstoffe kommt ein Vielfaches an Substanzen, die in Tests nicht alle Kriterien erfüllen.

Nach einer Umfrage im Auftrag des Biotechnologie-Unternehmens Amgen unterschätzen neun von zehn Deutschen die Dauer und 79 Prozent die Forschungs- und Entwicklungskosten für ein neues Medikament. Es vergehen durchschnittlich über 13 Jahre von den ersten Tests im Labor bis zur Zulassung, und Pharmaunternehmen investieren mehr als eine Milliarde Euro dafür.

Rund 5.000 bis 10.000 Substanzen müssen Forscher durchschnittlich untersuchen, um einen Wirkstoff zu finden. Die Substanzen müssen den Zielort im Körper erreichen, an dem sie wirken sollen, ohne vorher abgebaut oder ausgeschieden zu werden, und sich so mit Molekülen des Körpers oder eines Erregers verbinden.

Und schließlich müssen sie vom Körper wieder abgebaut oder ausgeschieden werden können. Nur rund neun der bis zu 10.000 untersuchten Wirkstoffe kommen in die erste Phase der klinischen Studien, in denen Arzneimittel nach ihrer Verträglichkeit, Sicherheit sowie Wirksamkeit am Menschen überprüft werden.

Nach weiteren Studien erreicht von diesen neun Wirkstoffen meist nur einer als Arzneimittel tatsächlich die Patienten. Durchschnittlich benötigen die Wissenschaftler der Pharmaforschung über 13 Jahre, um ein Arzneimittel zu entwickeln, das seine Wirksamkeit voll entfaltet und darüber hinaus möglichst wenige Nebenwirkungen erzeugt.