Überschwemmungen in Portugal werfen Schatten auf Präsidentenstichwahl
AFP5. Februar 2026, 20:24 UhrBRENNPUNKTE
Die schweren Überschwemmungen in Portugal werfen einen Schatten auf die für Sonntag geplante zweite Runde der Präsidentschaftswahl in dem Land. Eine Gemeinde beschloss bereits eine Verschiebung der Stichwahl.
Portugals Wahlbehörde stellte am Abend klar, dass die Stichwahl wie geplant am Sonntag stattfinden wird. Das Gesetz erlaube keine landesweite Verschiebung des Urnengangs, erklärte die Behörde.
Möglich ist eine Verschiebung aber auf kommunaler Ebene. Die Bürgermeisterin von Alcácer do Sal, Clarisse Campos, sagte der Nachrichtenagentur Lusa, die Voraussetzungen für die Wahl seien in ihrer Stadt nicht gegeben. "Wir haben mehrere abgeschnittene Ortschaften und das Stadtzentrum ist komplett überflutet", erklärte die Bürgermeisterin der fast 10.000 Wähler zählenden Gemeinde.
Bei einem Besuch vor Ort am Donnerstagmorgen hatte der scheidende portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa die Möglichkeit angesprochen, dass die Behörden der von den Unwettern der vergangenen Tage betroffenen Kommunen die Wahl verschieben könnten. Er betonte, die  Entscheidung unterliege den Kommunen, nicht der Regierung oder einer nationalen Behörde.
Alcácer do Sal liegt im Bezirk Setúbal, etwa hundert Kilometer südlich von Lissabon. In der Region war der Fluss Sado nach anhaltenden Regenfällen über die Ufer getreten, hatte mehrere Straßen überflutet und zur Evakuierung von fast hundert Menschen geführt.
Der Sozialist Seguro war in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 18. Januar auf rund 31 Prozent der Stimmen gekommen. Ventura erreichte 23,5 Prozent. Seguro liegt in Umfragen für die Stichwahl mit 65 Prozent der Stimmen vorn.
Das Tiefdruckgebiet "Leonardo" sorgt derzeit in Teilen der Iberischen Halbinsel für anhaltende Regenfälle. Am Mittwoch war im Südosten Portugals ein Mann ums Leben gekommen. Er wurde von der Strömung mitgerissen, als er mit dem Auto ein überschwemmtes Gebiet durchqueren wollte.
In Spanien gab es indes leichte Entwarnung. Im besonders heftig betroffenen Andalusien im Süden des Landes wurde am Donnerstag die höchste Alarmstufe aufgehoben. Auch Marokko erlebte am Mittwoch extreme Niederschläge, dort wurden seit dem vergangenen Freitag mehr als 140.000 Menschen evakuiert.