Behinderungen durch Schnee und Eisregen - Angespannte Lage in Berlin

Winterdienst in Hamburg Bild: AFP

Behinderungen durch Schnee und Eisregen - Angespannte Lage in Berlin

Schneefall und Eisregen haben erneut für Behinderungen und Einschränkungen vor allem im Nordosten Deutschlands gesorgt. In Berlin fielen einzelne U-Bahnen aus, am Hauptstadtflughafen BER waren zwischenzeitliche keine Starts möglich.

Schneefall und Eisregen haben am Donnerstag erneut für Behinderungen und Einschränkungen vor allem im Nordosten Deutschlands gesorgt. In Berlin fielen einzelne U-Bahnen aus, am Hauptstadtflughafen BER waren zwischenzeitliche keine Starts möglich. Die Deutsche Bahn meldete erneut Einschränkungen im Fernverkehr, die Polizei mehrere Glätteunfälle. Meist blieb es aber bei Blechschäden, teils wurden Menschen leicht verletzt. Der Wetterdienst gab eine amtliche Unwetterwarnung wegen Glatteis heraus.

Laut Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) waren am Donnerstagmorgen zwei U-Bahn-Linien von den Einschränkungen betroffen, weil sich trotz des Einsatzes eines sogenannten Schienenschmierzuges Blitzeis auf den Stromschienen gebildet hatte. Auch im Bus- und Straßenbahnverkehr ging es glättebedingt langsamer voran, es kam zu Verspätungen. 

Die Straßen in der Hauptstadt blieben am Donnerstag über Stunden massiv schneebedeckt, Geh- und Radwege waren zudem schon vor dem neuerlichen Schneefall extrem glatt. Zugleich galt weiter ein Tausalzverbot für Privatleute. Eine Allgemeinverfügung des Berlin Senats, mit der der Salzeinsatz ausnahmsweise erlaubt werden sollte, war am Mittwoch vom Berliner Verwaltungsgericht kassiert worden. 

Geklagt hatte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), weil Streusalz vor allem für Straßenbäume schädlich ist. Dafür gab es reichlich Kritik, auch von den Grünen. Die frühere Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang sprach auf X von einem "Bärendienst für gesellschaftliche Mehrheiten für Naturschutz". Ältere Menschen verließen teilweise ihre Wohnung nicht mehr, weil sie Angst hätten, sich zu verletzen.

Unterdessen gab es am Donnerstag auch im Fernverkehr erneut Probleme, wie bereits am Tag zuvor war die Strecke Berlin-Hannover betroffen. Auch bei den Regionalbahnen im Nordosten kam es zu Ausfällen und witterungsbedingten Beeinträchtigungen, wie DB Regio auf X meldete. 

Schnee und Eisregen behinderten auch den Betrieb am Flughafen Berlin-Brandenburg. Aufgrund der Witterungsbedingungen waren am Morgen keine Starts möglich, laut einer BER-Sprecherin konnten wegen schnell gefrierenden Regens zwischenzeitlich keine Flugzeuge enteist werden. Auch Landungen wurden teilweise gestrichen. 

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten teilte mit, dass die Parks und Schlösser in Berlin und Brandenburg wegen des Wetters geschlossen blieben. Es müsse mit erheblichen Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen gerechnet werden, hieß es zur Begründung.

In Mecklenburg-Vorpommern gab es bei mehreren regionalen Verkehrsanbietern Probleme. So bat die Verkehrsgesellschaft Vorpommern Greifswald (VVG) angesichts des Schneefalls alle Schüler, schon vor dem Mittag mit den Schulbussen in ihre Heimatorte zu fahren. Rund um die Stadt Waren fuhren am Morgen gar keine Busse, wie es von der Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft ( MVVG) hieß. 

Die Schulen blieben in Mecklenburg-Vorpommern zwar grundsätzlich geöffnet. Schüler, die Schwierigkeiten hatten, zur Schule zu kommen, galten laut Landesbildungsministerium allerdings als entschuldigt. 

Nicht nur im Nordosten, auch etwa in Niedersachsen gab es erneut witterungsbedingte Einschränkungen. So kam es zu Verspätungen und Ausfällen im Nahverkehr, etwa in und um Hannover. In mehreren Landkreisen blieben auch dort am Donnerstag die Schulen geschlossen. In Sachsen gab es zahlreiche witterungsbedingte Unfälle. So krachte es allein in den Landkreisen Bautzen und Görlitz laut zuständiger Polizei bis Donnerstagmittag 80 Mal. Verletzt wurde niemand.

Der Deutsche Wetterdienst hatte für Donnerstagmorgen eine amtliche Unwetterwarnung für Berlin und das östliche Brandenburg herausgegeben auf eine hohe Glättegefahr durch gefrierenden Regen hingewiesen. Am Nachmittag wurde diese ausgweitet und galt nunmehr für den Westen Brandenburgs, Teile von Sachsen-Anhalt und fast ganz Mecklenburg-Vorpommern. Entlang der vorpommerschen Küste, im angrenzenden Binnenland sowie auf Fehmarn wurden bis zu zehn Zentimeter Neuschnee erwartet, vereinzelt bis zu 15 Zentimetern.