Beschwerde beim Vatikan über Stierkampf-Fans unter Priestern in Spanien

Stierkampf in Spanien Bild: AFP

Beschwerde beim Vatikan über Stierkampf-Fans unter Priestern in Spanien

Die Tierschutzorganisation Peta hat sich beim Vatikan über fünf Priester aus Spanien beschwert, die Stierkämpfe verherrlicht haben sollen. Der Heilige Stuhl sei kirchenrechtlich dazu verpflichtet, auf eine sogenannte Denuntiatio zu reagieren.

Die Tierschutzorganisation Peta hat sich beim Vatikan über fünf Priester aus Spanien beschwert, die Stierkämpfe verherrlicht haben sollen. Die italienische Anwältin Laura Sgro erklärte am Dienstag, sie habe die formelle Beschwerde wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens der Priester beim Dikasterium für den Klerus eingereicht. Der Heilige Stuhl sei kirchenrechtlich dazu verpflichtet, auf eine sogenannte Denuntiatio zu reagieren.

Peta wirft den fünf spanischen Priestern vor, Stierkämpfe verherrlicht zu haben, "indem sie das blutige Spektakel unter anderem als 'Symbol des Christentums' bezeichneten und das Töten des Stiers blasphemisch mit dem Opfer Christi verglichen". "Priester, die Mitgefühl predigen und gleichzeitig das Quälen und Töten von Tieren zur Unterhaltung feiern, verstoßen gegen die Werte, für deren Vertretung sie ordiniert wurden", erklärte Peta-Vizepräsidentin Mimi Bekhecki.

In Spanien finden jedes Jahr rund 1500 Stierkämpfe statt, oft zu Ehren katholischer Heiliger oder während christlicher Feste. Gegner bezeichnen sie als Tierquälerei, Befürworter verteidigen sie als tief verwurzelte Tradition.

1567 hatte Papst Pius V. in einer päpstlichen Bulle die Teilnahme an Stierkämpfen bei Strafe der Exkommunikation verboten. Es handele sich um "grausame und niederträchtige Schauspiele des Teufels und nicht des Menschen". In den folgenden Jahrhunderten hatte die Kirche das Verbot aber weitgehend ignoriert. 2015 schrieb Papst Franziskus in seiner Umwelt-Enzyklika "Laudato Si", Tierquälerei sei unvereinbar mit der Würde des Menschen.