Ist Fasten noch aktuell?

Historisch gesehen beginnt nach der Karnevalssaison die Fastenzeit. Heute halten sich daran nur noch wenige, dabei kann gelegentliches Fasten dem Körper durchaus gut tun.


Historisch gesehen beginnt nach der Karnevalssaison die Fastenzeit. Heute halten sich daran nur noch wenige, dabei kann gelegentliches Fasten dem Körper durchaus gut tun. Die traditionelle 40-tägige Fastenzeit bis Ostern wird kaum jemand in die Tat umsetzen, aber Curt Diehm, Ärztlicher Direktor der Max Grundig Klinik, gibt zu bedenken: "Während ich von Diäten in aller Regel abrate, wirken sich bestimmte Formen des Fastens nachweisbar positiv auf den Körper aus."

Grundig erklärt, dass man zwischen einer strikten und einer leichten Art des Fastens unterscheidet. Wer rigoros enthaltsam sein will, dem rät der Arzt unter anderem, dass eine vorbereitende einmalige Darmreinigung akzeptabel ist, diese aber nicht täglich vollzogen werden sollte. Weniger Nahrungsaufnahme muss durch eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr (2,5 bis 3 Liter) wieder wett gemacht werden. Die wichtigsten Helfer sind neben Wasser dann Tee, Fruchtsäfte, Gemüsebrühe und Honig.

Experten raten dazu, eine Heilfastenkur für eine Dauer von zwei bis höchstens acht Wochen anzusetzen, niemals aber länger als 60 Tage. Die stark verringerte Energieaufnahme muss im Alltag angepasst werden, durch reduzierte Anstrengungen in der Arbeit, beim Sport oder bei sonstigen Aktivitäten. "Ich empfehle lieber weichere Formen der Enthaltsamkeit, insbesondere wenn ein Ziel lautet, durch das Fasten abzunehmen", kommentiert Curt Diehm.

Leichtes Fasten, das längerfristig zur Angewohnheit wird, sei erstrebenswert. Das bedeutet konkret zum Beispiel den Verzicht von einer Mahlzeit pro Woche oder wahlweise an einem ganzen Tag pro Woche. Im festgelegten Zeitraum gilt der Verzicht von rotem Fleisch und von Alkohol als üblich. Ebenso der Verzicht auf Kohlenhydrate am Abend oder der Wegfall des Abendmahls werden häufiger praktiziert.

Gegen zielgerichtetes Fasten als Auffrischungs-Ritual ist demnach nichts einzuwenden. Es darf aber als Abnehm-Diät nicht einem Hunger-Wahn gleichkommen, denn letzten Endes steht die Gesundheit immer im Mittelpunkt.