Mehr Chaos in ADHS-Familien

Wenn es in einem Haushalt aussieht wie bei Hempels unterm Sofa, stecken oft Kinder mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) dahinter. Die Erziehungsmethoden sind laut einer aktuellen Studie oft nämlich eher fragwürdig. Und trotzdem schätzen betroffene Eltern die Beziehung zu ihren Kindern positiver ein als Eltern von Kindern ohne ADHS.


Wenn es in einem Haushalt aussieht wie bei Hempels unterm Sofa, stecken oft Kinder mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) dahinter. Die Erziehungsmethoden sind laut einer aktuellen Studie nämlich oft eher fragwürdig. Und trotzdem schätzen betroffene Eltern die Beziehung zu ihren Kindern positiver ein als Eltern von Kindern ohne ADHS.

Eine Arbeitsgruppe der Goethe-Universität Frankfurt hat in der Studie Daten von insgesamt 84 Kindern im Alter von 7 bis 13 Jahren ausgewertet. 31 davon waren der ADHS-Gruppe zugeordnet, 53 Kinder einer Kontrollgruppe. Das Erziehungsverhalten wurde mit Hilfe eines standardisierten Fragenbogens erfasst, in dem abgefragt wurde, wie intensiv sich Eltern um ihre Kinder kümmern, sie loben oder kritisieren, wie konsequent ihre Erziehung ist und ob sie körperlich strafen.

Wie erwartet kritisieren die Eltern von Kindern mit ADHS ihre Kinder häufiger und berichteten über ein massiveres Haushaltschaos. Als Grund für das trotzdem sehr positive Verhältnis zum Nachwuchs vermuten die Forscher unter anderem, dass einige der teilnehmenden Familien bereits in eine Therapie eingebunden waren. Und sowohl für medikamentöse, als auch für verhaltenstherapeutische Interventionen sind Verbesserungen der Eltern-Kind-Beziehungen nachgewiesen.

Künftig will die Arbeitsgruppe Tipps erarbeiten, mit deren Hilfe das Familienleben geordnet werden kann. Beispielsweise während der Hausaufgaben Radio und Fernseher auszuschalten, Telefongespräche hinter geschlossenen Türen zu führen, Gäste nur zu bestimmten Zeiten zu empfangen und Hausaufgaben alleine in einem ruhigen Raum zu machen.