Dem Bewegungsschwindel auf der Spur

Bei Jahrmarkts-Attraktionen zahlt man noch Geld dafür, aber im richtigen Leben ist man nicht gerade erpicht auf Schwindelgefühle, die durch Bewegung entstehen. Aber was genau löst sie aus? Forscher des Tübinger Max-Planck-Instituts (MPI) für biologische Kybernetik haben jetzt in Kooperation mit der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz drei verschiedene Theorien getestet.


Bei Jahrmarkts-Attraktionen zahlt man noch Geld dafür, aber im richtigen Leben ist man nicht gerade erpicht auf Schwindelgefühle, die durch Bewegung entstehen. Aber was genau löst sie aus? Forscher des Tübinger Max-Planck-Instituts (MPI) für biologische Kybernetik haben jetzt in Kooperation mit der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz drei verschiedene Theorien getestet.

Viele Fahrzeugsimulatoren und Umgebungen in virtuellen Realitäten machen sich das Phänomen der sogenannten "Bewegungskrankheit" zunutze. Wird man einer im Wissenschafts-Jargon "visuell induzierte Selbstbewegung" genannten Situation aber zu lange ausgesetzt, kann das Schwindel, Desorientierung und Übelkeit auslösen. Bisher gab es unterschiedliche Theorien über mögliche Ursachen und Behandlungsmethoden.

Versuchspersonen im panoramischen Labor des MPI beobachteten mehrmals eine Szene, die sich, ähnlich wie in einem Karussell, um sie herum bewegte. Während des 20-minütigen Tests wurden das Ausmaß der Bewegungskrankheit, die Intensität der Bewegungsillusion und die Kopf- und Augenbewegungen der Probanden gemessen.

Das Ergebnis: Die Intensität der Bewegungsillusion ist unter all diesen Faktoren der wichtigste. Je intensiver die Bewegungsillusion, desto übler wurde es den Versuchspersonen. "Dies ist die erste Studie, die diesen Effekt so klar nachweist, da die Intensität der Bewegungsillusion jedes Mal variiert wurde, um die unterschiedlichen Auswirkungen bei der jeweils gleichen Versuchsperson miteinander vergleichen zu können", so die Tübinger Forscher.